Bockau gewinnt ein paar Meter Straße

Das Geschenk ist für die Gemeinde nicht unproblematisch. Denn es gibt entlang des Abschnitts einen Felsvorsprung.

Bockau.

Nach dem Neubau der Rechenhausbrücke in Bockau gewinnt die Gemeinde ein Stück Straße dazu. Ob es sich dabei aber wirklich um einen Gewinn handelt, soll vor der schlussendlichen Übernahme noch durch Experten geprüft werden. Das jedenfalls empfahl Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) während der jüngsten Gemeinderatssitzung - und erntete Zustimmung. Denn oberhalb des besagten Stücks Straße, die der Kreis abgeben will, befindet sich ein mit Stahlnetzen gesicherter Felsvorsprung.

Durch den Brückenneubau und die dadurch bedingte leichte Verschiebung des Bauwerks konnte der besagte Straßenteil gewissermaßen von der Hauptkreuzung abgekoppelt werden. Öffentlich genutzt - beispielsweise als Zufahrt zu einem Autoservice und zum Tierheim - wird die Straße aber dennoch. Nicht zuletzt von Anwohnern mit Häusern direkt an Straße und Felsvorsprung.

"Die Felssicherung ist für mich ein wichtiges Thema, das ich bei einem Vor-Ort-Termin mit Fachleuten unbedingt noch einmal besprechen will", so Baumann. Immerhin zeichne die Gemeinde nach der Übernahme für die Straße, die den Namen Bahnhofstraße behalten soll, verantwortlich. "Und damit auch für alles, was auf die Straße purzelt", so der Ortschef. Er selbst habe auf der Talstraße eine solche Schreck-Situation schon erlebt, dass ein Felsbrocken plötzlich herunterstürzte. "Daher müssen wir sichergehen, dass alles in Ordnung ist." Und auch gleich prüfen, wie lange diese Sicherungsmaßnahme offiziell Bestand hat und wann eine Erneuerung nötig ist, empfahl Holger Meier-Knietzsch vom Bauamt.

Franz Fürtsch (CDU) indes hakte nach, ob man sich gegen die Übernahme der Straße nicht auch prinzipiell wehren könne. "Nicht dass uns die Verkehrssicherungspflicht dann auf die Füße fällt. Und vielleicht ist für die Übernahme im Gegenzug ja eine Art Obolus für die Gemeinde drin, da sie ja dann die Verantwortung übernimmt", sagte er. Doch diesen Zahn zogen ihm Baumann und auch andere Bürgervertreter recht schnell. Das stünde kaum zur Debatte. "Dazu herrscht dort zu viel Durchgangsverkehr. Der öffentliche Druck würde zu hoch. Wir müssen die Straße übernehmen." Es gelte aber, die Eigentumsverhältnisse auch des Felsens abschließend zu klären, um dann gewiss sein zu können, wie weiter zu verfahren ist. Momentan ist die Straßendecke frisch saniert. "Es sieht auch insgesamt alles gut und sicher aus", so Baumann, der es dennoch lieber genau wissen will.

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