Borkenkäfer frisst sich durch Fichtenbestände im Stadtforst

Der Grünholzeinschlag ist gestoppt: Das Aufbereiten von Schadholz hat derzeit auch im Schwarzenberger Kommunalwald Priorität. Allein 600 Festmeter holt eine Firma jetzt aus dem Schlosswald heraus. Doch auch dort zeichnet sich schon ein Folgeauftrag ab.

Schwarzenberg.

Gut 4500 Festmeter Holz sollen in diesem Jahr im Schwarzenberger Stadtwald eingeschlagen werden. Doch daraus wird nichts. Diese Position im vom Stadtrat beschlossenen Forstwirtschaftsplan ist Makulatur. "Der Grünholzeinschlag ist gestoppt", sagt Sabina Weißflog. Die Sachgebietsleiterin in der Bauverwaltung hält engen Kontakt zum Forstbezirk Neudorf, der im Februar 2018 auf Basis einer Vereinbarung den forstlichen Revierdienst in Schwarzenberg übernahm. Und der den Wirtschaftsplan 2019 für den knapp 360 Hektar umfassenden Stadtwald erarbeitete. Nachdem es durch Wind- und Schneebruch sowie Käferbefall 2018 nur möglich war, Schadholz zu beseitigen, setzt sich das fort. Denn: Der Borkenkäfer frisst sich weiter durch die Fichtenbestände des Kommunalforsts.

Lang anhaltende Trockenheit sowie relativ hohe Temperaturen im vorigen und im laufenden Jahr lassen Verantwortliche im Sachsenforst von einer Katastrophe reden. Viele Nadelbäume sind von Käfern befallen und im Bestand bedroht, hinzukommen die Bruchschäden. Auch in Schwarzenbergs Stadtwald wird das geschädigte Holz laufend aufgearbeitet. Dazu sind Mitarbeiter des Bauhofs mit Unterstützung von Fremdfirmen tätig. 2019 wurden bereits gut 600 Stunden geleistet - auf Flächen am Rockelmann, am Galgenberg, an den Hüttenstauden, am Postsäulenweg und am Hollerberg.


Kontrollen zeigten: Auch der Ottenstein ist ein Problembereich. Der Buchenbestand leidet stark unter Wassermangel. Der felsige Untergrund auf dünner Bodenschicht bietet kaum Speichermöglichkeiten.

Am Schlosswald ist auf 70 Hektar die Firma Waldwirtschaft Jacob im Einsatz. Ihr Auftrag: Schadensbeseitigung nach Borkenkäferbefall in etwa 600 Festmetern Gemeiner Fichte. Beim Einschlagen und Rücken hilft schwere Technik. Das zwischengelagerte Holz wird begiftet, um den Käfernachwuchs zu eliminieren. "Weil im Mai und Juni die Trockenschäden zugenommen haben, reichen die 600 Festmeter bestimmt nicht aus. Es wird wohl einen Nachtrag geben müssen", so Sabina Weißflog. Das sieht auch der Sachsenforst so. "Es ist jetzt wichtiger, neu befallene Bäume schnellstmöglich aus den Beständen zu entfernen, als bereits tote Bäume rauszuholen", erklärt Forstbezirksleiter Matthias Weinrich. Er hatte beim Vorstellen des diesjährigen Wirtschaftsplans die Hoffnung geäußert, dass die Forstleute "irgendwann mal wieder in den Normalbetrieb übergehen können". Davon sind sie jetzt noch weiter entfernt.

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