Brand in Wohngebäude stellt Rettungskräfte vor Probleme

Das Feuer im Dachstuhl eines Hauses der Altstadt von Schwarzenberg hat die Engstellen in Sachen Sicherheit aufgezeigt. Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann verletzt.

Schwarzenberg.

Die Sirenen der Feuerwehr tönen am gestrigen Mittwoch laut über den Schwarzenberger Markt. Doch die Rettungswagen fahren nicht wie sonst so oft schnell über den Markt hinweg, sondern sie kreisen förmlich um ihn herum. Ihr Einsatzort scheint unerreichbar.

Familie Gerth gehört das Haus, aus dem gegen 14 Uhr dicker, grauer Rauch quillt. Die Familie selbst läuft aufgelöst vor die Tür, ruft nach Hilfe, hält Ausschau nach der Feuerwehr und bangt um Hab und Gut. Das Enkelkind ist krank, liegt mit 40 Grad Fieber im Arm vom Papa, alle stehen unter Schock. Ihr Haus steht am Brunnengraben - einer Seitenstraße des Marktplatzes, die wie so oft dicht ist. Parkende Fahrzeuge versperren die Zufahrt auf beiden Seiten. Nur mit Mühe gelingt es den Feuerwehrleuten vom unteren Tor aus, ein Technikfahrzeug in Stellung zu bringen. Dieser Einsatz der Feuerwehr offenbart ein Problem, das vielen seit Jahren bekannt ist. Hausbesitzer Peter Gerth, der die Immobilie nach der Wende gekauft und ausgebaut hat, war, wie er sagt, mehrfach im Rathaus und hat vor genau so einer Situation, wie sie gestern eintrat und sein Haus betraf, gewarnt: Es brennt - und kein Rettungsfahrzeug kommt ran.

Dem versierten Fahrer des großen Drehleiter-Autos steht die pure Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Autos versperren den Weg. Der hinter der Häuserzeile verlaufende Brunnengraben ist schmal, dennoch wird beidseitig geparkt. Derzeit kommen noch große Schneehaufen hinzu. "Seit Jahren wird über das Parkhaus gegackert. Wir könnten es längst haben, dann wär's hier nicht mehr so schlimm", schimpft ein Anwohner. Er war wie andere Nachbarn herbeigeeilt, um Hilfe und Obdach für die Familie anzubieten.

Fassungslos beobachtet Peter Gerth, wie die Feuerwehrleute den Löschangriff von innen vorbereiten, auch die Hydranten mussten erst vom Schnee befreit werden. Für ihn dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis das erste Wasser die Schläuche aufbläht und die ersten Männer mit Atemschutz in sein Haus gehen. Er selbst hatte die Feuerwehr gerufen, nachdem sein Löschversuch mit Feuerlöscher keinen Erfolg brachte. Das Feuer ging wohl vom Abzug des Kamins aus. Derweil versucht ein zweiter Einsatztrupp vom Markt aus, die Drehleiter in Stellung zu bringen. Doch zwischen dem Vorderhaus und dem Haus am Brunnengraben erstreckt sich ein großer Innenhof. Nach etwa einer Stunde wird der Rauch über dem Dachgiebel allmählich heller und deutlich weniger. Peter Gerth ist ein Holzkünstler, hat seine Wohnung mit wertvollen Arbeiten gestaltet. Was davon übrig geblieben ist, weiß noch keiner. Bis 17.15 Uhr sind die Feuerwehrleute vor Ort und sichern. Einer ihrer Männer erleidet während der Löscharbeiten einen Stromschlag und muss in die Klinik.

Bewertung des Artikels: Ø 2 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...