Dampflok-Idee für Tunnel-Notausgang

Die Felsenröhre unter dem Schwarzenberger Schloss wird im weitesten Sinne für Kultur genutzt. Kommt bald ein Eisenbahnsprayer in dem Bauwerk zum Zug?

Schwarzenberg.

Seit 2016 ist der alte Eisenbahntunnel unter Schloss Schwarzenberg Eigentum der Stadt. Beleuchtung, Heizung und Lüftung wurden in Stand gesetzt, die Portale, ihr Umfeld und anderes mehr saniert. Die Felsenröhre, durch die am 21. Juni 1951 letztmals ein Zug rollte, bietet einen außergewöhnlichen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen. Nun gibt es eine Idee, den bisher tristen Notausgang innen am Nordportal eisenbahntypisch zu gestalten. "Warum nicht vor dieser Tür eine Riesenleinwand aufspannen, auf der eine Lok in den Tunnel rollt?", fragt Axel Schlenkrich.

Der Geschäftsführer des Vereins Sächsischer Eisenbahnfreunde hat die Idee im Wirtschafts- und Gewerbeverein zur Diskussion gestellt - "um sich erst mal darüber auszutauschen, wie es gemacht werden könnte, nicht um aufzulisten, warum es nicht geht". Ein mögliches Motiv für das Bild auf der Leinwand besprach Schlenkrich mit dem Eisenbahnmaler Peter König aus Aue. Der lieferte prompt eine Vorlage: Eine Dampflok schnauft durchs Nordportal in den Tunnel. Schlenkrichs Sohn Stefan, ein versierter Sprayer, könnte das Motiv auf die große Fläche bringen. "Mit einer kleinen Änderung: Die Lok soll die Nummer 86 056 tragen. Denn die Lok ist einst wirklich durch unseren Tunnel gedampft. Sie wurde 1990 in Aue ausgemustert, steht jetzt als Wrack in Österreich."

Generell findet der Gestaltungsvorschlag im Wirtschafts- und Gewerbeverein Anklang. Hinterfragt wird, ob eine drehbare Leinwand nötig ist oder ob das Bild nicht direkt auf die Tür gesprüht werden könnte. Ist die Idee gereift, will Schlenkrich damit im Rathaus vorsprechen. Jeder Schritt, den alten Tunnel als eine Besonderheit der Stadt aufzuwerten, sei ein kleiner Beitrag zum großen Stadtmarketing, argumentiert er.

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