Der Rücken bereitet die meisten Probleme

Seit Jahren sorgen im Erzgebirgskreis Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems für die größte Anzahl an Fehltagen auf Arbeit. Das ist auch 2018 so gewesen, zeigen aktuelle Statistiken. Dafür befindet sich eine andere Erkrankung auf dem Rückzug.

Aue/Schwarzenberg.

Der Krankenstand in Betrieben im Erzgebirgskreis ist vergangenes Jahr im Vergleich zu 2017 leicht gestiegen. Das geht aus den aktuellsten Statistiken der Krankenkassen DAK-Gesundheit und AOK hervor. Die Ausfalltage wegen Erkrankungen haben bei den circa 10.000 Versicherten der DAK um 0,1 und bei den knapp 92.000 AOK-Versicherten um 0,2 Prozentpunkte zugenommen. Der Krankenstand bei der DAK lag somit 2018 im Erzgebirgskreis bei 4,8 Prozent und bei der AOK bei 5,6 Prozent. So entfielen etwa auf jedes AOK-Mitglied in Betrieben des Kreises im Schnitt 20,6 Kranktage.

Für die meisten Fehltage sorgten kassenübergreifend Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Dahinter verbergen sich in der Regel Rückenprobleme, sagt Jörg Ziehe, Chef der DAK-Gesundheit im Erzgebirge. Bei der DAK waren sie im vergangenen Jahr für 349 Fehltage und bei der AOK für 571 Fehltage je 100 Versicherten verantwortlich. Auf Rang zwei dieser Statistik folgen Erkrankungen des Atmungssystems. Dabei handele es sich meist um Erkältungen bzw. Grippe. Verletzungen - also Verrenkungen oder Schnittwunden - ist die Erkrankungsgruppe, die am dritthäufigsten für Ausfalltage verantwortlich ist. Auf Platz vier rangieren psychische Erkrankungen. Sie sind im Vergleich zu 2017 zurückgegangen, bei der DAK etwa um 16 Prozent. Damals waren sie noch die zweithäufigste Ursache für Fehltage. Dass damit das Gefühl vieler Menschen, die mit dem steigenden Stress am Arbeitsplatz auch mehr psychische Erkrankungen verbinden, etwas konterkariert wird, sieht Ziehe nicht. Seinen Erfahrungen zufolge schlage sich Stress bzw. beruflicher Druck auch gern auf das Verdauungssystem nieder. Diese Erkrankungskategorie liegt bei der DAK auf Rang fünf mit 101 Fehltagen je 100 Versicherten. Das entspricht einem Anstieg um 26 Prozent gegenüber 2017.

Kaum eine Rolle in diesen Statistiken von DAK und AOK spielen Neubildungen. Als solche werden in der Hauptsache Krebserkrankungen bezeichnet. Dass ihr Anteil ziemlich gering ist, liegt laut Ziehe an den Bevölkerungsgruppen, die betrachtet werden. Das sind ausschließlich Erwerbstätige, die einen Krankenschein benötigen. Rentner finden keinen Eingang in diese Statistiken ebenso wenig wie Berufstätige, die sich mal einen Tag unwohl fühlen, nicht auf Arbeit gehen, sich dafür aber kein ärztliches Attest holen.

Den höchsten Krankenstand gibt es - ebenfalls kassenübergreifend - in der Land- und Forstwirtschaft. Er liegt bei der DAK bei 11 Prozent und bei der AOK bei 6,7 Prozent. Beschäftigte aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Dienstleistungen sind hingegen laut den beiden Kassen am wenigsten krank. Interessant ist zudem die Feststellung der AOK, dass der Anteil von Krankschreibungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen 4,9 Prozent betrug. Damit verursachten diese Langzeiterkrankungen allein 42,4 Prozent aller Fehltage in den Betrieben der Region.

Am höchsten ist der Krankenstand in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen, verweist AOK-Pressesprecherin Hannelore Strobel. Er liegt bei Männern bei 10,7 und bei Frauen bei 9,3 Prozent. Zudem zeigt die AOK-Statistik auf, dass der Krankenstand bereits ab dem Alter von 25 bis 29 Jahren sukzessive bis hinauf zum Eintritt in das Rentenalter ansteigt. Von der DAK liegen leider keine Zahlen hinsichtlich Altersgruppen vor.

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