Details um Kreditkarte bleiben vor Gericht offen

Verfahren wegen Betrugs und Urkundenfälschung vorläufig eingestellt

Aue.

Was in diesem Fall Wahrheit ist, wo etwas weggelassen oder hinzugedichtet wird, ist nach einer Verhandlung am Freitag am Amtsgericht Aue nicht definitiv zu beantworten. Das strafrechtliche Verfahren gegen einen Ägypter, angeklagt wegen Betruges in Tateinheit mit Urkundenfälschung, wurde mit einer Auflage vorläufig eingestellt.

Der 1983 Geborene soll im September 2016 - damals in Rheinland-Pfalz lebend, heute im Erzgebirge - mit einem befreundeten Landsmann unter einem Alias-Namen bei einer in Luxemburg sitzenden Direktbank eine gebührenfreie Kreditkarte beantragt haben. Zwar erwies sich der angebliche Alias-Name, wohl bedingt durch behördliche Schreibfehler, als tatsächlicher Name jenes zweiten Mannes, doch dieser will mit dem per Internet und Post erfolgten Abschluss des Kreditkartenvertrags und mit der Nutzung der Karte nichts zu tun gehabt haben. Als er vor etwa einem Jahr von der Sache erfuhr, gab es in der brüderlichen Freundschaft der beiden Ägypter einen großen Knacks.


Von Oktober 2016 bis Januar 2018 wurde die Karte in 27 Fällen in Anspruch genommen, 13.490 Euro wurden ausgezahlt. Weil es immer wieder Rückzahlungen gab, blieb die Bank ruhig. Als der Unwissende dann wissend war, gerieten die beiden Männer wegen der Rückzahlung in Streit. Der Angeklagte, der das Vertrauen des Freundes genoss und für ihn alle Geldgeschäfte erledigte, sagte dem anderen zwei Zahlungen - 2000 Euro und 3000 Euro - zu. "Einmal kamen 1700 Euro, dann nichts mehr", so der Erstatter der Anzeige, der jetzt als Zeuge aussagte. Dass er regelmäßig 150 Euro an die Kreditbank zahlt, begründete er damit, keine Probleme mit der Bank oder gar der Polizei bekommen zu wollen. Per 14. August 2019 sind bei der Bank gut 3700 Euro offen.

"Wir haben zum Kern der Anklage zwei völlig gegensätzliche Aussagen, es gibt Zweifel an beiden", sagte Richter Christian Weiß. Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft legte er fest, dass der Angeklagte binnen sechs Monaten 600 Euro an den Bundesverband Kinderhospiz zu zahlen hat, sonst werde das Verfahren wieder aufgenommen. Und die offene Geldfrage? Die müssen die zwei Ägypter zivilrechtlich klären.

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