Diakonie baut in Zschorlau

Die Nachfrage nach betreutem Wohnen in der Gemeinde ist hoch. Eine weitere Einrichtung wirkt dem entgegen.

Zschorlau.

Im Grundriss kann man die neu entstehende Wohnanlage des Diakonischen Werkes Aue/Schwarzenberg in Zschorlau schon gut erkennen. Tino Lörinc, der am Freitagmittag als Bereichsleiter für die Baufirma Köster die Grundsteinlegung vornahm, versprach, dass im Frühjahr zum Richtfest eingeladen werde.

Ende 2020 sollen die Bewohner schon einziehen können. Unter den Gästen der Grundsteinlegung waren viele, die sich bereits für eine der 31 Wohnungen angemeldet haben. Unter ihnen Hannelore Wyparlo. Nach einer schweren Krankheit ist ihr Mann verstorben. "Jetzt erst recht", meint die 76-Jährige und freut sich auf die Veränderung in ihrem Leben. Der Abschied von ihrem Häuschen fällt ihr zwar schwer, aber sie weiß es in guten Händen, weil eines ihrer Enkelkinder es übernehmen wird. "Ich würde mich gern auch aktiv einbringen", so die ehemalige Zschorlauer Gemeindeschwester.

Auf dem Gelände, wo der Neubau entsteht, hat bis vor einigen Jahren die Industriebrache der Wäsche-Union gestanden. Nach dem Abriss war dort Wiese, das Grundstück wurde von der Gemeinde im Februar 2017 an die Diakonie verkauft. Es liegt zwischen der Friedensstraße und der Albernauer Landstraße.

Vorstand Rainer Sonntag erklärte, warum das Diakonische Werk Aue/Schwarzenberg vier Millionen Euro in den Neubau in Zschorlau investiert. Die Zukunftsstrategie sei, Versorgungslücken zu schließen. In der Region gebe es schon stationäre, teilstationäre Einrichtungen, ambulante Hospizdienste sowie Kurzzeitpflege. In Zschorlau entstehe neben dem betreuten Wohnen noch eine Tagespflege. "Was jetzt noch fehlt, ist ein stationärer Hospiz und ein Projekt zur häuslichen Betreuung durch Ehrenamtliche", sagte er. Das wurde von Zschorlaus Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU) aufgegriffen, der versprach, sich nach möglichen Baugrundstücken in der Gemeinde umzusehen.

Das Diakonische Werk Aue/ Schwarzenberg hat erst vor kurzer Zeit in Zschorlau einen anderen Neubau eingeweiht, den Seniorenpark. Dort gibt es ebenfalls zehn altersgerechte Wohnungen. Schnell seien die Wohnungen vergeben gewesen und es gab neue Nachfragen, so Rainer Sonntag. "Der Seniorenpark gehört zum Gemeindeleben, prägt das Ortsbild und findet große Anerkennung im Ort", sagte Vorstand Ruben Meyer. Meist sind die zukünftigen Mieter der jetzt geplanten Wohnanlage Zschorlauer oder ältere Leute, die in die Nähe ihrer hier lebenden Kinder ziehen wollen. Rebekka Seidel, die den Seniorenpark in Zschorlau leitet, hat alle, die sich angemeldet hatten, eingeladen, um die 30 waren zur Grundsteinlegung gekommen. 19 Wohnungen sind für jeweils eine Person gedacht, die anderen für zwei.

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