Dieselgestank in der Parzelle: Kleingärtner haben die Nase voll

Der Bärenbach zwischen Erla und Schwarzenberg wird erneut durch Kraftstoff verunreinigt. Das nervt die Menschen in einer angrenzenden Gartenanlage, die sich auch ums Schwarzwasser sorgen. Das Landratsamt sieht dafür keine Gefahr.

Schwarzenberg.

Mario Tödtling hat die Nase gestrichen voll - im wörtlichen und auch im übertragenen Sinn. Mitten durch seinen Kleingarten fließt parallel zur Staatsstraße zwischen Schwarzenberg und Erla der Bärenbach - eigentlich kein Problem. Doch seit ein paar Tagen stinkt das Bächlein penetrant nach Diesel, und auf dem Wasser zeichnet sich ein in allen Farben schimmernder Ölfilm ab.

"Eine Gartennachbarin hatte mir davon schon berichtet. Allerdings war der Geruch, wenn ich von der Arbeit kam, immer schon weg", erinnert sich Tödtling, der zur Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenberg gehört. "Ehrlich gesagt, habe ich zunächst angenommen, dass die Frau übertreibt, denn wir hatten ja schon vor einiger Zeit eine Dieselhavarie hier, die damals mit der Tankstelle in Zusammenhang stand."

2014 waren Tausende Liter Diesel-Kraftstoff aufgrund eines Lecks unterhalb der Tankstelle an der Karlsbader Straße (S 272) bei Erla in den Boden gesickert. Damals war der Diesel durch Ausspülungen in den Bärenbach gelangt. Weil dieser ins Schwarzwasser mündet, wurde kurz nach Bekanntwerden der Havarie ein Auffangbecken gegenüber der Buswaschanlage errichtet, und es begannen umfangreichen Reparaturarbeiten. "Ja, und dann hatten wir Ruhe, der Geruch war weg, der Ölfilm ebenso", erzählt Tödtling. "Unser Grundstück befindet sich seit 60 Jahren in Familienbesitz, der Bärenbach fließt auch schon immer durch - aber das war die einzige Havarie dieser Art." Daher nahm er jetzt die Sorgen der Gartennachbarin zunächst gar nicht so ernst.

Als Tödtling aber am Freitag der vergangenen Woche sein Grundstück betrat, stieg auch ihm der Dieselgestank direkt in die Nase. "Meine Gartennachbarin hatte da schon ihr Grundstück verlassen, weil sie es nicht mehr ausgehalten hat", sagt der Schwarzenberger. Er stellte über Kreisbrandmeister Lutz Lorenz einen Kontakt zur Landkreisverwaltung, konkret zum Referat Umwelt, her. "Zwischen 19 und 20 Uhr kam dann ein Vertreter des Umweltamtes vom Landratsamt. Der Mitarbeiter hatte einen Indikator dabei, und der hat eindeutig Mineralöl angezeigt", so Tödtling, der daraufhin den Katastrophenschutz alarmierte. "Die Feuerwehr kam und hat eine Ölsperre aufgebaut."

Tödtling sieht durch den erneuten Zwischenfall seine Lebensqualität im Kleingarten, der über den Sommer Lebensmittelpunkt seiner Familie ist, stark gefährdet. "Man hält es ja nicht aus", ärgert er sich. "Doch ich mache mir auch Sorgen ums Schwarzwasser, denn der Ölfilm ist immer noch gut zu sehen."

Zumindest diese Ängste will das Landratsamt den Bürgern nehmen. "Perspektivisch kann eingeschätzt werden, dass aufgrund der Verdünnung im Schwarzwasser eine Gefahr für den Fluss auszuschließen ist", teilte eine Sprecherin schriftlich mit. Gleichzeitig bestätigte sie, dass die Rufbereitschaft des Umweltreferats die Meldung sehr ernst genommen hat und umgehend vor Ort war.

Unklar bleibt die Ursache. "Die Frage, wie es zur Verunreinigung des Bärenbachs durch Dieselkraftsoff kommen konnte, wird derzeit geprüft. Auch die Auswirkungen der Havarie vom September 2014 an der Tankstelle werden in diese Prüfung einbezogen", heißt es dazu aus dem Landratsamt. Mario Tödtling hat die Tankstelle im Verdacht. "Ich war bereits dort, aber mir wurde da gesagt, dass es diesmal keine Dieselverluste gibt", sagt der Schwarzenberger. Er will wissen: "Wie geht es jetzt weiter? Was wird unternommen, um hier schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen? Und was ist die Ursache?"

Klaus Colditz, Geschäftsführer der Trans-Service GmbH, auf deren Gelände die Tankstelle steht, sagte gestern auf Anfrage der "Freien Presse": "Wir bedauern sehr, dass es schon wieder Auffälligkeiten gibt. Allerdings können wir bisher noch nichts zur Ursache sagen."

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1Kommentare
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    gelöschter Nutzer
    02.09.2016

    Jeder Zweite fährt so eine scheiß Dieselkarre, empört sich dann aber über Dieselgestank in der Welt. Wirre Welt

    Was sollen die sagen, die keine Dieselabgase vertragen? Die haben überhaupt keine Handlungsmöglichkeit...



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