Dieser Markersbacher sieht mehr, als die Realität zeigt

Alexander Sobeck hat die 2019er-Auflage des Fotowettbewerbs der "Freien Presse" gewonnen. Doch was er im Bild einfängt und daraus macht, ist keineswegs das, was jeder von uns sehen würde.

Markersbach.

Nein, ein Hellseher ist er nicht. Und er hat auch keine übersinnlichen Kräfte. Alexander Sobeck, der Gewinner des Fotowettbewerbs der "Freien Presse" 2019, ist lediglich ein Mann mit Fantasie.

Zugegeben, sie mutet zunächst etwas infantil an, wenn man bedenkt, dass ein 36-Jähriger mit einem Spielzeugauto in den Wald geht, um Fotos zu schießen. Aber wer das Resultat eines langen Foto-Gestaltungsprozesses sieht, ist verblüfft. Denn der kleine VW-Bus, der im Original etwa 25 Zentimeter lang ist, erscheint auf dem Bild, das es durchaus auch in Postergröße geben kann, plötzlich als mysteriös anmutendes Fahrzeug, das bei strömendem Regen mitten im Wald seinen Insassen Schutz bietet - selbst aber stecken geblieben ist. Nun darf jeder für sich selbst die Geschichte weiterspinnen, was denn die Insassen tun. Fotografiert hat Alexander Sobeck das Miniaturfahrzeug auf dem Waldboden (kleines Foto rechts). Das gesamte Ambiente hat er mittels Bildbearbeitung dazu gezaubert. "Natürlich ist es Spielerei, aber es macht Spaß", sagt der Markersbacher über sein Hobby, das wie beinahe bei jedem Jungen zunächst mit einer kleinen digitalen Kamera begann. Eine solche, so erzählt der Angestellte einer IT-Firma in Wolkenstein, bekam er mit 16 Jahren von seinen Eltern geschenkt. Und schon damals habe ihn fasziniert, möglichst winzige Dinge im Bild festzuhalten. "Erst habe ich mich in Makrofotografie versucht", berichtet er. Doch um da die gewünschte Ergebnisse zu bekommen, hätte es besonderer, aber auch besonders teurer Technik bedurft. Also wandte er sich der Landschaftsfotografie zu. Und mit einer solcher Aufnahme, die am Schwarzbacher Weg entstanden sei, konnte er die Juroren bei den winterlichen Schnappschüssen im Erzgebirge überzeugen. "Da war ich wirklich überrascht", sagt Alexander Sobeck über seinen ersten Platz im Wettbewerb der "Freien Presse".

Doch er liebt es, die Bilder, in denen er zunächst die Realität einfängt, dann nach seinen Vorstellungen zu bearbeiten. "Da ist so viel möglich, und ich hab da viele Ideen", gibt er offen zu. Es gebe keinen Spaziergang, bei dem - neben seiner Freundin - nicht auch die Kamera mit dabei sei. Nur an Porträts habe er sich bislang noch nicht groß versucht. Was die Technik angeht, habe er sich mittlerweile eine komplette Studioausrüstung zugelegt. "Es gibt immer mehr Leute, denen meine Art der Bildbearbeitung gefällt", sagt er. Inzwischen denke er schon ernsthaft darüber nach, sich damit ein zweites Standbein zu schaffen und ein Nebengewerbe anzumelden.


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