Ein Grünstädtler Musikus erlangt Berühmtheit

Vor 330 Jahren wurde der Komponist Gottfried Heinrich Stölzel geboren. In seinem Heimatort ist er nicht vergessen.

Grünstädtel.

Genau vor 330 Jahren wurde am 13. Januar 1690 in Grünstädtel, heute ein Ortsteil der Stadt Schwarzenberg, der Komponist und Musiker Gottfried Heinrich Stölzel in der alten Schule geboren.

Schon in frühen Jahren unterrichtete ihn sein Vater Christian Stölzel, Organist an der Grünstädtler Kirche St. Annen und Besitzer von Bergwerksanteilen und einer Schmelzhütte, in der Musik. Im Jahre 1703 wurde Gottfried Heinrich Stölzel vom Schneeberger Kantor Umlaufft in Theorie und Praxis der Musik auf dem Schneeberger Lyzeum eingeweiht, bis er anschließend auf das Gymnasium nach Gera wechselte und vom dortigen gräflichen Musikdirektor Emanuel Kegel Musikunterricht erhielt.

Bereits zu dieser Zeit in Gera fiel er mit eigenen Kompositionen auf. Vier Jahre später wechselte er an die Universität Leipzig und nutzte die Anregungen von Georg Philipp Telemann und Melchior Hoffmann für seine kompositorische Tätigkeit.

Im Jahre 1710 schrieb Stölzel in Breslau neben einigen weiteren musikalischen Werken die Musik und den Text zur Operette "Narzissus" und gab in angesehenen Adelsfamilien Gesangs- und Musikunterricht. Er komponierte für die Naumburger Messe und den Geraer Hof. So entstanden 1712 die Oper "Valeria" und das Pastoralspiel "Rosen und Dornen der Liebe".

Ein Angebot als Kapellmeister in Gera schlug er aus, da es ihn nach Italien zog. Dort lernte er 1713 in Venedig, Florenz und Rom die seinerzeit berühmten Komponisten Gasparini, Polaroli und Vivaldi kennen, und auf seiner Rückreise war er dann drei Jahre als Opernkomponist in Prag. 1717 wirkte er als Kapellmeister am Bayreuther Hof und am 24. November 1719 wurde er vom Herzog zu Gotha als Hofkapellmeister auf Schloss Freudenstein ernannt, nachdem er das Angebot Augusts des Starken, an den Dresdner Hof zu kommen, abgelehnt hatte.

Zu Stölzels musikalischen Nachlass, der zum Teil im Schlossarchiv Sondershausen und in der Deutschen Staatsbibliothek Berlin verwahrt wird, gehören unter anderem 22 Deutsche Opern, 342 Kantaten und Oratorien, 14 Passions- und Weihnachtsmusiken, 60 Serenaden, 80 Tafelmusiken sowie 11 weltliche Kantaten und Trios. 1725 erschien sein "Canon perpetuus", seine "Anleitung zur musikalischen Satzkunst" und sein "Unterricht im Contrapuncto simpliciter". Am 27. November 1749 verstarb Gottfried Heinrich Stölzel in Gotha.

In seinem Geburtsort erinnern eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus sowie ein nach ihm benannter Platz unterhalb der Kirche an den großen Sohn Grünstädtels. Die erste urkundliche Erwähnung der kleinen Ortschaft erfolgte vor 560 Jahren, und vor 25 Jahren wurde Grünstädtel am 1. Oktober 1995 nach Schwarzenberg eingemeindet.

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