Ein Haus mit Poliklinik und Hort

Der Ursprung dieser Idee reicht ins Jahr 2013 zurück. Damals hat Bürgermeister Joachim Rudler das Wort Poliklinik wieder in den Mund genommen. Reichlich fünf Jahre später gibt es sie - und doch anders, als zunächst gedacht.

Grünhain-Beierfeld.

Mit dem Strom schwimmen ist seine Sache nicht. Bürgermeister Joachim Rudler (CDU) ist mittlerweile dafür bekannt, auch andere Wege zu gehen. Mit seiner Idee, eine kommunale Poliklinik zu errichten, ist er seit Ende 2013 keineswegs nur auf offene Ohren gestoßen. Die Idee war gut, doch passte sie so, wie sie ursprünglich geplant war, nicht ins sächsische Gesundheitssystem.

Aber die Tatsache vor Augen, dass es immer schwieriger wird, Nachfolger für Hausarztpraxen in der Region zu finden, wollte Rudler neue Wege beschreiten. Wollte den Medizinern als Anreiz komplett ausstaffierte Praxen anbieten. Genau dafür hatte er stets Rückendeckung durch seinen Stadtrat. Die alte DDR-Plattenbauschule in Beierfeld war das dafür auserkorene Objekt.

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Mit einer Vielzahl von Anläufen, Konzeptänderungen und Fördermittelanträgen ist es gelungen, das Haus umzubauen. "Es war schwierig, aber wir haben es geschafft. Das Ergebnis zählt", sagte Rudler am Donnerstag bei der nachträglichen offiziellen Einweihung. Denn der Praxisbetrieb läuft bereits seit Sommer 2017. Hier hat Dr. Henrik Dolling aus Bernsbach eine Außenstelle, und eine Ärztin hält - über ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) der Kliniken Erlabrunn - Sprechstunden ab. Die dritte Praxis ist noch frei, wenngleich die Räume derzeit durch die Stadtverwaltung genutzt werden. Ein Seminarraum rundet das Angebot ab.

Investiert wurden in den Umbau gut 1,6 Millionen Euro, davon rund 800.000 Euro Fördermittel. Godehard Kamps und Rina Wlasak von der Landesdirektion Chemnitz, die gemeinsam mit den Beierfeldern um die Realisierung des Vorhabens lange gerungen haben, zeigten sich beeindruckt, von dem, was am Ende entstanden ist. "Es bedurfte vieler Absprachen. Es musste mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgestimmt sein und auch nach Haushaltsrecht laufen", benennt Kamps die Herausforderungen, die standen.

Mittlerweile ist auch Teil 2 des Projekts gestemmt - die Sanierung der Horträume. Denn den ungefähr 100 Grundschülern gehören die beiden unteren Etagen des Hauses. Die wurden für 772.000 Euro ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. Gefördert mit 500.000 Euro aus einem anderen Förderprogramm.

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