Ein Programm zu Ehren von Hans Soph

Das Erzgebirgsensemble Aue hat schon mehreren erzgebirgischen Originalen Veranstaltungen gewidmet - und die Reihe wird nun fortgesetzt: Im Mittelpunkt steht diesmal ein Mundartsänger aus Böhmen, der 1902 nach Zwickau zog.

Aue.

Lädt das Erzgebirgsensemble Aue ins Kulturhaus Aue zu Programmen ein, bei denen erzgebirgische Originale aus dem Mundart- und Musikbereich im Mittelpunkt stehen, ist die Resonanz stets groß. Das war bei Anton Günther - schon mehrfach - so, bei den Caldarellis, den Zschorlauer Nachtigallen, bei Willy Kaltofen und Manfred Blechschmidt, bei Werner Kempf, Horst Gläß und Curt Herbert Richter. Und das soll auch bei der nächsten thematischen Veranstaltung so sein.

Diesmal - genauer am Sonnabend, 21. September, ab 14.30 Uhr - ist das Ganze dem im böhmischen Erzgebirge, in der Bergstadt Platten, geborenen Mundartsänger Hans Soph gewidmet. "Er hätte in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag gefeiert, was Anlass für ein würdigendes Programm ist", sagt Steffen Kindt, der seit nunmehr 30 Jahren das Erzgebirgsensemble leitet. "Hans Soph gehört neben Anton Günther zu den bedeutendsten Mundartsängern des Erzgebirges. Er ist bei zahlreichen Gelegenheiten aufgetreten und hat viele seiner etwa 80 Lieder auch auf Liedpostkarten verbreitet." Aus der Feder von Soph stammen bekannte Lieder wie "Mei Haamit lässt mich grüßen", "De Balgenharmenie" und "O, du mei Erzgebirg", aber auch andere, die vor dem Vergessen bewahrt werden sollten. Wie vor jeder thematischen Veranstaltung zog Kindt viele Recherche-Register, um das Programm auch mit Hintergründen bereichern zu können. So trug er Informationen zum Lebensweg und zum künstlerischem Schaffen von Soph zusammen, der auch malte.


Neben dem Erzgebirgsensemble wirken am 21. September unter anderen Zithersolist Thomas Baldauf aus Oberwiesenthal, die Sängerinnen Madeleine Wolf aus Lauenstein mit Tochter Laura von den Bimmelbah'-Musikanten sowie Gerda Agten aus Aue mit, die mit dem "Rutschwanz" eines von Sophs bekanntesten Lieder darbietet. Ebenfalls zu den Gästen gehört der Sänger und ehemalige Radiomoderator Stephan Malzdorf aus Zwickau. "Gerade im Erzgebirgszweigverein Zwickau hat man sich sehr darum gekümmert, an das Schaffen von Hans Soph zu erinnern und es zu bewahren", weiß Steffen Kindt. Soph lebte von 1902 bis zu seinem Tod 1954 in der Stadt. 1995 hatte der EZV Zwickau in Platten/Horni Blatna eine Hans-Soph-Feier gestaltet - nachträgliche Erinnerung an den 125. Geburtstag und den 40. Todestag des Dichters und Komponisten, der mit vielen Mundartautoren bekannt war, auch mit Anton Günther, Max Nacke und Stephan Dietrich (Saafnlob).

Das Programm will die zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Lieder Sophs wieder einem breiten Publikum zugänglich machen. Wie das auch in Beziehung gesetzt wird zu Anton Günther und zu anderen Liedschöpfern, darauf können Besucher gespannt sein. Ebenso auf die Interpretation durch junge Mitwirkende in der Gegenwart. "In der Gala wird es natürlich viel Musik geben, dazu Informationen zum geschichtlichen Hintergrund. Episoden zum Schmunzeln werden nicht fehlen", erklärt Autor und Moderator Steffen Kindt. "Ich denke, dass es unterhaltsam und abwechslungsreich wird."

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