Eine Reise in die Weihnachtszeit der Kindertage

Seit März 2017 arbeitet Karin Wachsmuth für die Raritätensammlung "Bruno Gebhardt" in Zwönitz. In der ersten von ihr gestalteten Ausstellung zeigt sie Weihnachtliches aus dem privaten Fundus.

Zwönitz.

Puppenstuben und Kaufmannsläden, Massefiguren und geschnitzte Trompetenengel, Märklin-Eisenbahn und Weihnachtskrippen: Die Vielfalt der Ausstellung "Weihnachten wie es früher war" ist schier unüberschaubar. Dabei war Karin Wachsmuth bei dieser Schau nicht auf Leihgeber angewiesen: "Größtenteils stammen die Exponate aus meiner eigenen Sammlung. Das sind meine Kindheitserinnerungen." Ergänzend werden auch einige weihnachtliche Objekte aus der Sammlung von Bruno Gebhardt gezeigt.

Karin Wachsmuth ist 51 Jahre alt, doch viele der Exponate sind deutlich älter. So gehen etliche Stücke auf ihre Eltern zurück. Der Vater war ab den 1950er-Jahren Inhaber der Zwönitzer Bäckerei Hecht. Von ihm stammen mehrere alte Ausstechformen für Mond und Stern, Pfefferkuchenfrau und Nikolausstiefel. "Damals kamen noch Bilder aus Papier auf diese Figuren. Das waren sogenannte Papieroblaten."

Besondere Erinnerungen verknüpft Wachsmuth auch mit den zahlreichen Pfefferkuchenhäusern: "Das war damals Handelsware, die wir in der Bäckerei mit verkauft haben. Meine Mutter hat sie gesammelt. Und sie hat immer Geschichten zu den verschiedenen Häusern erzählt, die wir damals auch als Kulissen für unsere Märklin-Eisenbahn verwendet haben."

Doch nicht alles stammt aus der eigenen Kindheit. Inzwischen sucht Karin Wachsmuth auf Flohmärkten nach alten Sachen. Dort hat sie zuletzt ein Schaukelpferd und einen Puppenwagen gefunden. Auch um eine Puppe für ihren Puppenschlitten hat sie ihre Sammlung erweitert. "Mein Ziel ist es, den Leuten die eigene Kindheit wiederzubringen und ein bisschen Gemütlichkeit."

Neben den Anschauungsobjekten gibt es Wissenswertes zur Entstehung der Weihnachtsbräuche, wobei Wachsmuth betont, dass es gerade die Lichterweihnacht noch gar nicht so lange gibt: "Licht ist Leben, aber Licht war früher rar. In der Weihnachtszeit spielt es erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts diese große Rolle. Los ging das damals im Grunde mit der Paraffinkerze." Die Schau zeigt deshalb auch die Vielfalt der weihnachtlichen Beleuchtung. Ein Tannenbaum gehört ebenso zu den Exponaten, wie Schwibbögen und Pyramiden. Dazu gibt es Zubehör, wie historischen Weihnachtsbaumbehang, Adventskalender, Weihnachtskarten und ein Liederbuch. "Ich will hier die Geschichte der Weihnacht erzählen", so Wachsmuth, die künftig regelmäßig Ausstellungen gestalten möchte.

Die Ausstellung ist bis 2. Februar in der Raritätensammlung "Bruno Gebhardt" in der Austel-Villa zu sehen. Geöffnet ist samstags, 13 bis 17 Uhr. Sonderöffnung am 26. Dezember, 13 bis 17 Uhr. Andere Zeiten können vereinbart werden unter 0176 54945590.

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