Einer für alle - alle für einen

Für einen Facebook-Eintrag auf der Seite der Feuerwehr Raschau ist der Ortswehrleiter vom Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Kameraden legen zusammen.

Raschau-Markersbach.

Der Ortswehrleiter von Raschau ist vor wenigen Tagen vom Gericht in Aue zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen á 40 Euro verurteilt worden. Ihm wurde üble Nachrede zur Last gelegt, durch eine Formulierung in einen Facebook-Eintrag. Diesen hatte er gemeinsam mit seinen Kameraden in Auswertung einer Übung im Juni 2018 verfasst und gepostet.

Durch diese Übung an einem Freitagabend nahe einer Gaststätte sahen sich Gäste in ihrer Feierabendruhe gestört. Darunter auch zwei stadtbekannte Personen, eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung und der Bürgermeister der Nachbarstadt. Die aber bestreiten, sich über die Begleitumstände des Einsatzes echauffiert zu haben. In der erwähnten Facebookveröffentlichung wurde das jedoch so dargestellt.

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"Wir haben das damals gemeinsam verfasst, und deshalb stehen wir auch alle zu ihm", sagt André Schalkowsky, der stellvertretende Ortswehrleiter. "Er wollte sich schützend vor uns und unsere Arbeit stellen. Denn wir machen das freiwillig und ehrenamtlich", sagt er.

Rund 70 Kameraden zählt die Ortswehr Raschau aktuell, über alle Abteilungen hinweg. "Wir haben gemeinsam beschlossen, dass wir ihn die Strafe nicht allein bezahlen lassen", sagt Gerhard Freitag, der nicht nur Präsident der Altersabteilung ist, sondern auch Ehrenmitglied im Kreisfeuerwehrverband.

"Jetzt legen wir alle zusammen", so Karl Weber. Denn es ist bereits die zweite Geldstrafe für den Ortswehrleiter in dieser Angelegenheit. Bereits im Juli 2018 fand vor dem Landgericht eine Verhandlung dazu statt. Damals ging es um eine Unterlassungsklage, die der Bürgermeister der Nachbarstadt gestellt hatte. Streitwert 15.000 Euro. Doch nur in einem von drei Punkten folgte das Gericht dem Kläger. Am Ende waren das dennoch 2500 Euro. "Auch die haben wir aus der Kameradschaftskasse gezahlt. Der Beschluss dazu war einstimmig", sagt Schalkowsky und fügt hinzu: "Bei uns gilt eben nicht nur im Brandfall: Einer für alle - alle für einen." Als vorbestraft gilt der Ortswehrleiter dadurch aber nicht. Dazu war die Strafe zu gering.

Gemeindewehrleiter Arndt Weißflog sagt: "Ich hätte mir gewünscht, die Kameraden aus Raschau hätten mich viel früher in die Sache eingeweiht." Allerdings will er den Vorfall zum Anlass nehmen, um demnächst einmal über paar Grundsätze zu Veröffentlichungen im Netz mit allen zu reden.

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