Eishockeyverein Schönheide ringt um Geld und Personal

Die Puckjäger haben die Chance, wieder in der Oberliga Süd zu spielen. Dazu müssen sie aber harte Auflagen erfüllen.

Schönheide.

Über 80 Jahre gibt es den Eishockeyverein (EHV) Schönheide. Jetzt ist seine Zukunft ungewisser denn je: Ihm fehlen eine sechsstellige Summe und Personal für den Vorstand.

"Entweder wir schaffen es, unser Männerteam wieder für die Oberliga Süd anzumelden, oder es gibt solch eine Mannschaft nicht mehr", erklärt Michael Rumrich als Geschäftsstellenleiter des Vereins, wohin der Weg bis zum Beginn der nächsten Wintersaison gehen kann. Vereinsverantwortliche und Sponsoren waren zu Wochenmitte dazu zu einem Gespräch zusammengekommen. Die Teilnahme an der Oberliga Süd wird in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung als alternativlos bezeichnet.

Im März war der Verein nach Ausscheidungsspielen aus der dritthöchsten deutschen Liga abgestiegen. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) bietet dem einzigen erzgebirgischen Puckjägerverein nun aber doch noch eine Chance am "grünen Tisch": Als Nachrücker könnten die "Wölfe" zukünftig weiterhin um Meisterschaftspunkte gegen die alteingesessenen bayerischen Vereine von Selb bis Regensburg spielen. "Allerdings nur, wenn wir alle notwendigen Vorgaben erfüllen", so Rumrich. Und das wird nicht leicht.

Konkret sind laut dem Geschäftsstellenleiter drei große Baustellen auszumachen: Planinsolvenz, Lizenzierung und Vorstand. Bereits Mitte Dezember hatte der EHV seine Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Es gelang Wolfgang Ternick als einzigem verbliebenem Vorstandsmitglied, das drohende sofortige Aus abzuwenden. Ein Chemnitzer Rechtsanwalt wurde mit der Einleitung eines sogenannten Planinsolvenz-Verfahrens beauftragt. Damit bekommen die Gläubiger zumindest einen Teil ihrer offenen Rechnungen vom Verein bezahlt. Ein erfolgreicher Abschluss des Verfahrens ist Voraussetzung für den EHV, um wieder in der Süd-Staffel zugelassen zu werden. Die dafür notwendigen Lizenzierungsunterlagen müssen bis Ende Mai beim DEB eingereicht werden. Dazu gehört eine gesicherte Finanzierung der gesamten Meisterschaft. Rumrich: "Wir haben einen ausführlichen Etat für eine weitere Oberligasaison ausgearbeitet." Aktuell klafft noch immer eine Lücke - jene sechsstellige Summe. Neue wie bisherige Sponsoren wurden kontaktiert, weiterhin sei man auf der Suche nach möglichen Geldgebern und Gönnern.

Eine andere Baustelle ist der Vereinsvorstand. Mehrere Absagen gab es von Leuten, die auf eine Mitarbeit angesprochen wurden. Diese hätten private, berufliche und "am Ende auch nachvollziehbare Gründe" ins Feld geführt, sagt Rumrich. "Gelingt es aber nicht, einen neuen Vorstand aufzustellen, wäre der Verein nicht geschäftsfähig und stünde somit vor der Auflösung."

Der Verein will weiter werben und denkt dabei an aktuelle und ehemalige Vereinsmitglieder, ortsansässige Gewerbetreibende oder dem Eishockeysport Wohlgesonnene. In der Vereinserklärung heißt es dazu: "Ohne die maximale Unterstützung seitens der Gemeinde Schönheide, des örtlichen Handwerks, der einheimischen Industrie und nicht zuletzt der Einwohner wird es nicht gelingen, den traditionsreichen Eishockeysport im Ort auf einem darstellbaren sportlichen Niveau fortzusetzen."

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