Erst der Schacht, dann die Halde

Die Wismut GmbH lässt in Johanngeorgenstadt nun den nächsten Altstandort sanieren. Ziel: Das Areal soll sich in touristische Entwicklungen einpassen.

Johanngeorgenstadt.

Mitten in Johanngeorgenstadt, in Sichtweite des Platzes des Bergmanns, haben die Vorarbeiten für ein Großprojekt begonnen. Im Auftrag der Wismut GmbH nehmen Bergbausanierer zunächst den ehemaligen Schacht 42 und dann dessen Halde in Angriff. Los geht es mit dem Freimachen des Baufeldes und mit dem dazu erforderlichen Holzeinschlag.

Etwa 900.000 Euro will die Wismut aus ihrem Altstandorte-Programm hier investieren. Dieses Geld kommt zu gleichen Teilen vom Freistaat und vom Bund und gehört zu den rund zehn Millionen Euro, die 2018 im Erzgebirgskreis für solche Standorte aufgewendet werden. Zur Bauanlaufberatung im Rathaus der Bergstadt skizzierte Manfred Speer vom Projektträger für sächsische Wismut-Altstandorte den geplanten Ablauf. Zunächst stehen Erkunden und Sanieren des Schachts 42 zwischen der Schwefelwerkstraße und dem Garagenstandort am Platz des Bergmanns an. Mit dem Sanieren und Verwahren des Schachts sind Spezialisten aus der Schachtbau Nordhausen GmbH beauftragt. Das Unternehmen soll die Arbeiten noch in diesem Jahr abschließen.

Neben Erkundungs- und Sicherungsleistungen ist auch etwas geplant, dass sich in eine touristische Nutzung des Areals zwischen Riesenpyramide und Pferdegöpel einordnen lässt: Zum Abschluss soll der Schachtkopf so wiederhergestellt werden, dass er für nachfolgende Generationen als ehemaliges Bergbauobjekt sichtbar erhalten bleibt. Das begrüßt auch Bürgermeister Holger Hascheck. "Unsere Stadt ist mit dem Thema Bergbau nun einmal untrennbar verbunden. Warum sollte nicht auch an dieser markanten Stelle daran erinnert werden?"

Der Schacht 42 war im Sommer 1947 eröffnet worden, bis 1954 dauerte die Uranförderung. In jener Zeit wurde die Halde 42 aufgeschüttet. Den bewachsenen Hügel bringen Außenstehende aber mit dem Uranbergbau der Nachkriegszeit kaum noch in Verbindung. Die Sanierung der Halde zwischen Garagenkomplex, Gaststätte "Am Pferdegöpel" und Schwefelwerkstraße beginnt nach den Arbeiten am Schacht und soll laut Manfred Speer bis Ende 2019 erledigt sein. "13.000 Kubikmeter Haldenmaterial lassen wir abtragen und auf der Dammhalde einlagern." Dadurch werde der heutige Hügel abgeflacht. Das ermöglicht es, künftig von der Riesenpyramide aus bis zum Pferdegöpel zu blicken. Beide Wahrzeichen soll dann ein Weg verbinden. An dem wird ein auf die Stadtgeschichte Bezug nehmender Exulantenzug aufgestellt, der aus 13 von Holzbildhauern gefertigten, lebensgroßen Skulpturen besteht.

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