Erste Straßenbahnen rollen Anfang 2020

Der Verkehrsverbund Mittelsachsen hat seine Pläne zum Ausbau des Chemnitzer Modells vorgestellt. Künftig soll die Innenstadt schneller erreichbar sein.

Einsiedel/Aue.

Um in die Innenstadt von Chemnitz zu gelangen, müssen die Bewohner von Erfenschlag und Einsiedel derzeit viel Zeit einplanen. Wegen erster Vorbereitungsarbeiten zum weiteren Ausbau des Chemnitzer Modells fährt auf der Eisenbahnstrecke von Chemnitz nach Aue, die auch die beiden südlichen Chemnitzer Stadtteile anbindet, kein Zug mehr. Stattdessen Schienenersatzverkehr: Wer ins Zentrum möchte, muss auf jeden Fall umsteigen - entweder in Altchemnitz oder am Technopark.

Wenig verwunderlich also, dass Gesprächsbedarf herrscht - was sich auch im "Mediterraneum" widerspiegelte. Ungefähr 50 Besucher verfolgten jetzt in dem Restaurant neben dem Erfenschlager Sportplatz die Ausführungen von Mathias Korda, Infrastrukturleiter des Verkehrsverbunds Mittelsachsen, den der örtliche Bürgerverein eingeladen hatte. Nach seinen Worten wird sich die Situation ändern. Im Frühjahr 2019 sollen Gleisbauarbeiten beginnen und noch im selben Jahr abgeschlossen werden, sodass ab Anfang 2020 die ersten Straßenbahnen aus dem Chemnitzer Stadtzentrum über die Reichenhainer Straße und den TU-Campus nach Erfenschlag beziehungsweise Einsiedel sowie weiter nach Thalheim und Aue rollen sollen - und das häufiger als in der Vergangenheit bei der Erzgebirgsbahn. Fuhren die Bahnen bis dato nur einmal pro Stunde, so ist künftig zwischen 5 und 19 Uhr ein halbstündiger Takt vorgesehen. Danach geht es im bisherigen Stundenrhythmus weiter. Samstags soll der Halbstundentakt von 9 bis 15 Uhr gelten, sonntags bleibt es durchgehend beim bisherigen stündlichen Rhythmus.

Die Fahrtzeiten zur Zentralhaltestelle sollen sich um einige Minuten verkürzen, da das Umsteigen am Hauptbahnhof entfällt - dafür dauert die Fahrt zum Hauptbahnhof künftig etwas länger als zuvor mit der Erzgebirgsbahn.

Die anstehenden Arbeiten an der Strecke sind laut Korda Grundvoraussetzung für die Verdichtung des Taktes. So entstehen bis Aue insgesamt fünf neue Haltepunkte - davon zwei in Einsiedel am August-Bebel-Platz sowie an der Brauerei.

Mehrere Besucher der Veranstaltung übten Kritik an den Anschlusszeiten zwischen der Erzgebirgsbahn und den Buslinien nach Einsiedel sowie nach Chemnitz in Erfenschlag, die nicht aufeinander abgestimmt seien und Fahrgäste zu langen Wartezeiten zwängen. Dass sich dies durch das Chemnitzer Modell ändere, konnte Korda nicht zusichern. Eine Einsiedlerin kritisierte, dass auch künftig kein Rund-um-die-Uhr-Betrieb geplant sei. Zumindest an den Wochenenden seien Nachtfahrten aus ihrer Sicht sinnvoll. Doch laut dem VMS rechne sich das nicht. "Wir haben das bei der C11 nach Stollberg getestet - mit geringer Resonanz", so Korda.

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