Es bleibt dabei: Kein Bushalt vorm Netto

Per Petition fordert ein Bürger das Anlegen einer weiteren Haltestelle in Sonnenleithe. Die Stadt lehnt ab - aus baulichen und finanziellen Gründen.

Schwarzenberg.

Seit es den neuen Netto-Markt in Schwarzenberg-Sonnenleithe gibt, brauchen Anwohner aus dem oberen Bereich des Stadtteils zu Fuß bis zu 15 Minuten, Körperbehinderte mit Gehhilfe bis zu 25 Minuten zu dem Markt - und mit Taschen und Beuteln wieder zurück. Grund genug für Detlev Teich, mit einer Petition an Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) die Errichtung einer Bushaltestelle vor dem Markt zu fordern - die nötigen Gegebenheiten in beiden Richtungen seien vorhanden, so Teich.

Der Technische Ausschuss und die städtische Arbeitsgruppe Verkehr beschäftigten sich eingehend mit der Problematik, ehe der Stadtrat dazu einen Beschluss fasste - einen ablehnenden. Insbesondere aufgrund des Längsgefälles in dem Bereich würde sich das Anlegen einer Haltestelle sehr schwierig gestalten, hieß es in der Begründung. Auf dem steilsten Stück des Gehweges sei es gar nicht umsetzbar, sodass dieser Bereich dennoch zu Fuß überwunden werden müsste, um die eventuell weiter oben errichteten Bushaltestellen erreichen zu können.

Der Wegfall von etwa 30 Stellplätzen für Autos wäre ebenfalls zu bedenken: Für eine Bushaltestelle sei ein Bereich mit einer Fahrbahnlänge von mindestens 45 Metern nötig; die bauliche Norm verlange in der Regel sogar 80 Meter. Der finanzielle Aufwand für den regelkonformen Ausbau wäre groß, selbst bei Haltestellenkaps, bei denen der Bord an den Fahrbahnrand geführt wird und der Bus auf der Straße hält. Generell gibt es in diesem Wohngebiet mehrere Bushaltestellen. Die Wegebeziehungen von und zu den Haltestellen sind laut Verwaltung gut ausgebaut, die Entfernungen zumutbar.

Ein von Stadträtin Ulrike Malek (Bündnis 90/Grüne) beantragtes Zurückstellen der Beschlussvorlage wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. "Der Bedarf für so eine Haltestelle ist da. Sie könnte ja etwas weiter oben angelegt werden, wo weniger Gefälle ist, vielleicht auch nur an einer Seite", hatte Malek argumentiert. Tobias Rockstroh (FDP): "Andere Ortsteile sind doch noch schlechter dran, was die Busanbindung und die Haltestellensituation angeht."

Letztlich beschloss der Stadtrat bei drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung zwar, der Petition nicht stattzugeben. Doch Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) beauftragte das Bauamt, mit Detlev Teich einen Termin zu vereinbaren, bei dem es um die vorhandenen Haltestellen in Sonnenleithe und um ein mögliches Verlagern gehen soll.

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