Eule-Orgel in Neuwelt klingt wieder

Eine Vogtländische Firma ist seit März in der Emmauskirche tätig, um für sauberen und feinen Klang des Instruments zu sorgen. Das Gestell für die Pfeifen musste stabilisiert werden.

Schwarzenberg.

Seit März ist die 118 Jahre alte Eule-Orgel in der Emmauskirche Neuwelt stumm. Grund dafür sind dringend notwendige Restaurierungsarbeiten an diesem Instrument durch den Vogtländischen Orgelbau unter der Leitung des Orgelbaumeisters Thomas Wolf aus Limbach im Vogtland.

Seine Firma ist noch relativ jung. Firmenchef Wolf erwarb 1997 die Greizer Orgelbauwerkstatt Schüßler und gründete damit eine Meisterwerkstatt für historischen und zeitgenössischen Orgelbau. Er erinnert sich gern, dass zu den ersten Aufträgen des Unternehmens damals auch Arbeiten an der Orgel in Schwarzenberg-Neuwelt gehörten.


Das Neuwelter Orgelwerk baute einst die Bautzener Firma Eule als romantische Orgel mit einem Prospekt aus kostbarem amerikanischem Kiefernholz. Ihre 25 Register mit insgesamt 1542 Pfeifen hatten einen romantischen Charakter. Entsprechend dem Zeitgeist der 1950er-Jahre erfolgte jedoch bei einer Innenerneuerung des Gotteshauses die Entfernung des üppigen Schnitzwerkes nicht nur am Altar, sondern auch am Instrument. Zugleich wurde die Stimmung der Orgel in einen neobarocken Charakter geändert.

Bei Reinigungs- und Reparaturarbeiten im Jahr 2011 konnten allerdings nur die dringendsten Aufgaben erledigt werden. Schon damals war absehbar, dass alsbald weitere Arbeiten erfolgen müssten. Nach Beginn der lange geplanten Maßnahmen im März 2019 fiel außerdem auf, dass sich das Gestell zur Aufnahme der Orgelpfeifen gesenkt hatte. Dadurch entstanden Kräfte, die die Pfeifen deformierten und so den Orgelklang negativ beeinflussten. Es war erforderlich, das Gestell wieder senkrecht auszurichten und zu stabilisieren. Die ursprünglich geplanten Kosten erhöhten sich dadurch jedoch wesentlich und werden etwa 27.000 Euro betragen. Finanziert wird das über Fördermittel der Landeskirche Sachsen sowie zum großen Teil schon eingegangenen Spenden der Gemeinde. Für die Finanzierung der Restkosten hofft die Gemeindeleitung auf weitere Gaben.

Die Pfeifen des ersten Manuals wurden ausgebaut, in die Werkstatt transportiert und die notwendigen Reparaturarbeiten ausgeführt. Das Gestell erhielt mehrere verbreiterte Holzunterlagen. Außerdem erfolgte neben Reinigungsarbeiten auch eine Reparatur der Windladen. Gegenwärtig sind die Orgelbauer dabei, abschließende Reinigungs- und Reparaturarbeiten am Spieltisch durchzuführen und die Pfeifen in das nun stabilisierte Gestell aus Holzbalken wieder einzubauen. Glücklicherweise, so betonen die Fachleute, war kein Schimmelbefall an den Holzteilen zu erkennen. Gemeindeglied und Musikfreund Hartmut Fischer führt dies auf das trockene Raumklima im Gotteshaus zurück.

Den Abschluss werden die Intonierungsarbeiten bilden, damit zum festlichen Gottesdienst am kommenden Sonntag, dem 14. Juli, die Königin der Instrumente in voller Schönheit erklingen kann. Bei diesem Gottesdienst wird Schwarzenbergs Kirchenmusikdirektor Matthias Schubert die Orgel spielen.

Zudem soll am 27. Juli, 19.30 Uhr ein festliches Orgelkonzert stattfinden, für das der Altenburger Schlossorganist Dr. Felix Friedrich gewonnen werden konnte.

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