Fachmann aus dem Erzgebirge gibt Wissen in Vorträgen weiter

Uhrmachermeister Egon Weißflog hat ein Faible für die Historie seines Berufs. Davon profitieren Kollegen und Freunde des Metiers.

Schwarzenberg.

Eigentlich ist der Schwarzenberger Uhrmachermeister Egon Weißflog im Ruhestand. Eigentlich. Von Berufs wegen kennt er sich mit der Unruh ohnehin aus. Denn so werden Gangregler in mechanischen Uhrwerken bezeichnet. Und ehrenamtlich treibt ihn Unruhe nach wie vor um. "Mein Jahressoll von Vorträgen habe ich bereits abgearbeitet", erklärt Weißflog, der seit vielen Jahren Nachforschungen zu Uhren und zu Uhrmachern betreibt. Sein Fachwissen ist gefragt.

So hielt er jüngst in Memmelsdorf bei Bamberg vor dem Regionalkreis Franken der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie einen Vortrag über den Uhrmacher Christian Heinrich Hähnel (1695-1757) aus Fürth. Der hatte seine Wurzeln im Erzgebirge. Sein Vater Christian Hähnel war in Schwarzenberg geboren, sein Großvater Johann Hähnel wirkte als Uhrmacher und Büchsenmacher in Schwarzenberg, erbaute 1670 die Rathausuhr von Johanngeorgenstadt, 1673 die Turmuhr für das Herzogliche Schloss Weißenfels.

In München vor dem dortigen Regionalkreis sprach Weißflog über den 1530 in Buchholz geborenen Instrumentenmacher Josua Habermehl. Damit hatte der Schwarzenberger schon 2017 im wissenschaftlichen Kolloquium des Adam-Ries-Bunds für Aufsehen gesorgt. Lebensweg und Leistungen jenes Goldschmieds und Feinmechanikers kann er dank intensiven Quellenstudiums und eigener Recherchen zu wichtigen Stationen und Ereignissen überprüfbar nachzeichnen. Der in Annaberg aufgewachsene und seine Lehre absolvierende Habermehl erweiterte auf der Wanderschaft sein Wissen. Urkundlich erwähnt findet er sich 1565 in Straubing, 1577 ist er in Regensburg ansässig, was den Münchner Regionalkreis natürlich besonders interessierte. "In beiden Vorträgen habe ich aber auch viel übers Umfeld der damaligen Handwerker im Erzgebirge berichtet", so Weißflog. In der Heimat ist er 2016 mit dem Schwarzenberger Edelweiß gewürdigt worden, weil er Wissen und Fähigkeiten oft auch der Stadt zur Verfügung stellt.

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