Fast 100 Tiere sterben bei Großbrand auf Bauernhof

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist in Schlettau ein Feuer ausgebrochen. Zwei Scheunen brannten bis auf die Grundmauern nieder. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Ermittlungen zur Ursache des Brandes dauern an.

Schlettau.

Es ist gegen 2 Uhr in der Nacht gewesen, als auf einem Bauernhof am Frohnauer Weg in Schlettau ein Brand ausbrach. Eine Bewohnerin des Mehrfamilienhauses auf dem Grundstück kam gerade von der Arbeit, ein Bewohner war noch wach, sodass die Katastrophe schnell bemerkt wurde. Zuerst habe er gedacht, dass irgendwo ein Feuerwerk veranstaltet wird, berichtet einer der Betreiber des landwirtschaftlichen Betriebes. Doch schnell wurde ihm klar: Es brennt - und zwar auf dem Vierseitenhof der Familie.

Als die Kameraden der Feuerwehren eintrafen, standen zwei Scheunen schon lichterloh in Flammen. Die Bewohner des Hofes hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Sicherheit gebracht. Niemand kam zu Schaden. Einer der Ersten vor Ort war der Schlettauer Wehrleiter Heiko Thiele. Der Hof, zu dem er und seine Kameraden gerufen worden waren, gehört seinen nahen Verwandten, die zum Teil ebenfalls in Feuerwehren aktiv sind. Ein besonders schwieriger Einsatz für den Stadtwehrleiter, der die Einsatzleitung übernahm. "Insgesamt waren 162 Einsatzkräfte da", erklärte Thiele. Die Schlettauer Feuerwehr erhielt Unterstützung von den Wehren aus Dörfel, Walthersdorf, Scheibenberg, Sehma, Crottendorf, Annaberg, Buchholz und Geyer. Bis zum Mittag waren die Feuerwehrleute im Einsatz. Und auch danach blieben sie in Bereitschaft, um bei einem möglichen Aufflammen von Glutnestern schnell vor Ort zu sein.


Die Einsatzkräfte konnten ein Übergreifen der Flammen auf das nahe gelegene Wohnhaus verhindern, auch wenn aufgrund der Hitzeentwicklung an dem Gebäude Schäden am Dach und einigen Fenstern entstanden. Ein weiterer Stall konnte ebenfalls geschützt werden. Die beiden anderen Ställe indes brannten komplett nieder. Einer musste mithilfe von Baggern teilweise eingerissen werden, um besser an die Glutnester zu gelangen. Für viele Tiere, die sich in den Ställen befanden, kam die Hilfe zu spät. Zwei Kälber, fünf Schweine, 40 Enten, 35 Gänse und acht Hasen fielen ersten Angaben zufolge den Flammen zum Opfer. Auch Gerätschaften, Futter und Heu verbrannten.

Kompliziert gestaltete sich die Löschwasserbereitstellung. Mit unzähligen Schläuchen und unter Nutzung mehrerer Teiche wurde genügend Wasser zum Einsatzort gepumpt. Die Buchholzer Wehr bezeichnet den Aufwand in ihrem Bericht als "logistische Herausforderung". Von mehreren Seiten und mit zwei Drehleitern bekämpften die Feuerwehren die Flammen. Trupps unter Atemschutz waren gleich- zeitig aktiv. Strohballen mussten auseinandergezogen werden. Erst nach rund zehn Stunden war das Gröbste überstanden. Vor den Besitzern breitete sich ein Bild der Zerstörung aus. Wie es nun weitergeht, blieb offen. Auch die Brandursache war noch unklar. Zur Schadenshöhe konnten die Besitzer ebenfalls keine Angaben machen. Die Polizei geht von mehreren zehntausend Euro aus.

Vor etwas mehr als drei Jahren brannte schon einmal ein Stall auf einem Bauernhof ganz in der Nähe. Auch damals war es gegen 2 Uhr nachts, als das Feuer ausbrach. Der Besitzer schaffte es noch, das Tor zu dem Kuhstall zu öffnen, sodass die Tiere ins Freie rennen konnten. Nur wenige Kühe erlitten Verletzungen. In jenem Fall stand schnell fest, dass es Brandstiftung war. Der Schaden ging damals in die Hunderttausende.

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