Fichtelberg in rosa Watte gepackt

Der Zwönitzer Fototechnik-Spezialist Clauss hält den Welt- rekord bei Panoramafotos. Jetzt hat die Firma einen Wettbewerb veranstaltet.

Zwönitz.

Mehrere Male musste Uwe Meinhold (46) früh raus, bis es endlich klappte. Im Morgendunst nach Oberwiesenthal, dann über die Grenze nach Tschechien, hoch auf den Keilbergturm. "Das Motiv hatte ich im Kopf", erzählt der freischaffende Fotograf aus Annaberg-Buchholz. "Aber ich brauchte einige Anläufe, bis die Wolken da waren und in der richtigen Höhe hingen."

Das Fichtelberg-Plateau, umgeben von Hochnebel, der höchste Berg Sachsens wie in rosa Watte gepackt: Mit diesem Motiv hat sich Meinhold am diesjährigen Panoramafoto-Wettbewerb der Clauss Bild- und Datentechnik GmbH aus Zwönitz beteiligt und unter 300 Einsendungen aus aller Welt Platz 15 belegt. Mit einem Nacht-Panorama vom Fichtelberg erreichte er Platz 24, mit einer Nachtaufnahme vom Sternenhimmel über Teneriffa Platz 5. Ein toller Erfolg für den Fotografen aus dem Erzgebirge, denn die Konkurrenz kam aus aller Welt. Darunter waren Vollblut-Profis, die ihre Brötchen in der Werbe- oder Filmindustrie verdienen oder auf internationalen Expeditionen fotografieren.

"Über die Platzierungen in diesem Wettbewerb hat allein das Publikum entschieden", sagt Roland Clauss, Vertriebsleiter bei Clauss-Datentechnik. "Die Abstimmung lief über unsere Internetseite. Wir haben technisch sichergestellt, dass sich jeder Nutzer nur einmal beteiligen konnte. Rund 55.000 haben das getan." Die Zwönitzer Firma ist eine Spezialistin für Panorama-Fotografie. Sie stellt unter anderem Roboter her, die 360-Grad-Aufnahmen in höchsten Auflösungen realisieren. Mit einem 846-Gigapixel-Foto von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur halten die Erzgebirger den Weltrekord für die höchste Fotoauflösung. 846 Gigapixel - das sind 846.000 Megapixel. Im Vergleich dazu waren die zum Wettbewerb eingereichten Fotos wesentlich kleiner: die am höchsten aufgelösten Bilder hatten 300 Megapixel. Verglichen mit Alltagsaufnahmen ist das wiederum sehr, sehr viel.

"Wir haben diesen Wettbewerb ins Leben gerufen, weil wir möchten, dass Panorama-Fotografen Anerkennung bekommen", sagt Roland Clauss. "Das ist natürlich nicht ganz uneigennützig. Je besser es den Anwendern geht, desto eher sind sie an neuer Technik interessiert."

Der Wettbewerb erfreut sich wachsender Beliebtheit. Bei der Erstauflage vor vier Jahren gab es 60 Einsendungen, diesmal 300. Beim vierten Durchgang 2020 erwartet Clauss eine weitere Steigerung. Die besten 25 Panoramafotos des diesjährigen Wettbewerbs wurden erstmals in einem Bildband veröffentlicht.

Der Bildband "The Art of Panorama 2018" ist im Buchhandel für 18,99 Euro erhältlich. ISBN: 978-3-9820270-0-5.

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