Floßgraben trocken: Retter kämpfen gegen Fischsterben

Ein niedriger Wasserpegel in dem Gewässer in Aue bedroht derzeit hunderte Bachforellen. Mehrere Freiwillige haben deshalb jetzt spontan zum Kescher gegriffen. Doch vielerorts kommt die Hilfe zu spät.

Aue-Bad Schlema.

Zahlreiche Forellen sind bereits qualvoll verendet: Im Floßgraben zwischen Aue und Bad Schlema kommt es seit dem Wochenende zu einem massiven Fischsterben. Grund ist nach übereinstimmenden Berichten von mehreren Augenzeugen ein niedriger Wasserpegel in dem Gewässer. Um die noch lebenden Fische zu retten, sind am Sonntag Freiwillige in Aue im Einsatz gewesen, darunter auch Frances Krumbholz. Die Bad Schlemaerin berichtet: "Wir haben die Bachforellen mit einem kleinen Kescher, zum Teil aber auch einfach mit den Händen gefangen und in Eimern gesammelt, die dann jemand mit dem Auto an die Mulde in Aue gefahren hat." Dort wurden die Fische schließlich wieder in die Freiheit entlassen. Etwa hundert Bachforellen - große und kleine - seien so gerettet worden.

Laut Frances Krumbholz waren insgesamt zehn Leute an dem Einsatz am Wochenende beteiligt. Ein Teil der Gruppe sei am Floßgraben in Richtung Bad Schlema gelaufen, der andere Teil in Richtung Zschorlau. "Viele Fische, die wir gesehen haben, waren aber bereits tot. Es fließt kein Wasser mehr, da sind nur noch Pfützen", berichtet sie.

Aufgerufen zu der Rettungsaktion hatten spontan Mitglieder des Angelfischereivereins Ortsgruppe Brünlasberg. Wie der Vereinsvorsitzende Mirko Günther berichtet, gab es bereits im vergangenen Jahr einen ähnlichen Vorfall. Schon damals hätten die Fische im Floßgraben auf dem Trockenen gesessen.

Später habe sich dann herausgestellt, dass wegen einer Baustelle an einem Zufluss des Floßgrabens das Wasser nicht mehr richtig durchkam. "Nach einem Anruf bei der Fischereibehörde war das schnell behoben", erzählt Mirko Günther. Wie das Landratsamt des Erzgebirgskreises berichtet, ist der aktuelle Fall bereits der unteren Wasserbehörde bekannt. "Eine Mitarbeiterin ist unterwegs, um die Ursache zu ergründen", sagte Sprecher Stefan Pechfelder am Montag auf Anfrage. Weitere Informationen gebe es derzeit noch nicht.

Auch die Polizei ist dem Fischsterben mittlerweile auf der Spur, nachdem am vergangenen Wochenende mehrere Hinweise wegen des niedrigen Wasserstands im Floßgraben eingingen. So hatte etwa Falk Schurig vom Auer Angelfischereiverein Anzeige erstattet, nachdem er am Samstag bei einem Spaziergang am Floßgraben den niedrigen Pegel bemerkt hatte. "Ich habe auch ein paar Fische gerettet", sagt er.

Laut Polizei wurden die Hinweise inzwischen von der Stadt Schneeberg - als Eigentümerin des Floßgrabens - geprüft. Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Abfall des Pegels darauf zurückzuführen, dass das Gewässer durch Laub an mehreren Stellen gestaut wurde, sagt Sprecherin Doreen Göhler. "Das wird durch die Stadt geprüft und behoben."

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