Fünf Tage Auszeit vom Alltag mit fünf Kindern

Keineswegs jede Familie kann sich einen Urlaub leisten. Die Aktion Kinderherzen macht auch das über Sponsoren möglich.

Breitenbrunn/Aue.

Der Alltag mit fünf Kindern ist anstrengend. Daher sieht es Sandra Quasdorf aus Aue als ein Riesengeschenk an, dass sie jetzt eine Woche Urlaub mit ihren Sprösslingen auf dem Rabenberg machen konnte. "Das war toll hier. Wir haben die Zeit wirklich genossen", sagt sie und bedauert, dass ihr Mann und der große Sohn krankheitsbedingt nicht mitkommen konnten. "Geplant war es aber für die ganze Familie", sagt Ursula Sumpf, die die Aktion Kinderherzen 2001 aus der Taufe gehoben hat. Seither hilft die Aktion Kindern in Not. Kindern, die in Familien aufwachsen, deren Einkommen oft keine Extras zulassen.

Ein solches Extra war der Familienurlaub in der vorigen Woche. Dafür buchte die Aktion 33 Plätze im Sportpark Rabenberg. "Wir haben zwei Muttis mit jeweils fünf Kindern", sagt Ursula Sumpf. Sie war die ganze Zeit mit dabei, stand nicht nur für die Organisation, sondern vor allem als Gesprächspartner zur Verfügung. "Die Eltern brauchen auch mal jemanden zum Reden", sagt die 72-Jährige. Das war auch für Ronny Richter wichtig. Der 39-Jährige ist seit April mit seinen Zwillingen allein. Anfang April starb seine Frau an Krebs. Einen Urlaub hätte er sich nicht leisten können. "Es war aber toll hier oben. Die Kinder waren täglich baden, konnten Fahrrad fahren. Sie waren mal abgelenkt. Das hat uns gut getan", sagt der alleinerziehende Vater. Noch weiß er nicht genau, wie es weitergeht. In seinem gelernten Beruf als Berufskraftfahrer wird er wohl nicht mehr tätig sein können, denkt er. Denn einer der Zwillinge ist krank und benötigt besondere Zuwendung. Die Tage auf dem Rabenberg haben die Drei für sich gebraucht und genutzt.


"Mal nicht kochen müssen, sich selbst mal an den Tisch zu setzen", das hat Sandra Mergarten aus Schneeberg genossen. Sie war mit ihren drei Steppkes dabei. "Für meinen Ardian war das prima. Hier hatte er mal Spielgefährten. Bei uns zu Hause gibt es nicht so viele Kinder in der Nachbarschaft, und wenn nur Mädchen", erzählt die Mutter.

Für alle neu und verblüffend war, dass es so nah, so eine Einrichtung mit Fahrradausleihe, Schwimmbad und Kletterwand gibt. Als Überraschung hatten die Kinderherzen auch noch Nils Hinkel als Gast eingeladen, der mit seinem Rennwagen kam, in dem die Steppkes sogar eine Runde mitfahren durften.

Stefan Mann, der langjährige technische Geschäftsführer der Wismut, hatte bei seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen Anfang Juli den Kinderherzen eine großzügige Spende zukommen lassen. "Davon konnten wir den Familien auch noch ein kleines Taschengeld für die Tage geben", so Ursula Sumpf.

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