Fürs "Haus Silberbogen" besteht kaum Hoffnung

Derzeit sind weder eine Nutzungsvariante noch ein neuer Interessent in Sicht

Johanngeorgenstadt.

Das halb fertige "Haus Silberbogen" wird auf absehbare Zeit wohl nicht fertiggestellt und auch nicht genutzt. Das bestätigte jetzt die Erzgebirgische Krankenhaus- und Hospitalgesellschaft (EKH) Schwarzenberg. Sie hat das Erbbaurecht für das Grundstück an der Eibenstocker Straße in Johanngeorgenstadt; Eigentümer ist der Erzgebirgskreis.

Es fehle die Verwendungsmöglichkeit, hieß es von der EKH - übrigens auch für den Altbau, der durch das "Haus Silberbogen" ersetzt werden sollte. Der sei "als Einrichtung für soziale Zwecke nicht mehr genehmigungsfähig", erklärte EKH-Geschäftsführer Thoralf Bode. Das neue Gebäude sei ein Spezialbau, konzipiert für schwerst mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche. "Es besteht in Johanngeorgenstadt derzeit kein Bedarf für eine solche Einrichtung, nicht zuletzt aufgrund der immer wieder diskutierten Schließung der Kurfürst-Johann-Georg-Schule", so Bode. Die EKH habe aufgrund der rechtswidrigen Entscheidung des Landesjugendamtes, also wegen des Widerrufs der Betriebserlaubnis, sämtliche für den Neubau gewährten Fördermittel an die Sächsische Aufbaubank zurückzahlen müssen. Eine bauliche Fertigstellung des Objektes sei wegen fehlender Perspektive derzeit nicht geplant und wirtschaftlich unmöglich. Einem Verkauf des Erbbaurechtes an Dritte stehe die EKH offen gegenüber. Trotz intensiver Bemühungen habe man aber bisher keinen Interessenten finden können. Ein Abriss des Rohbaus sei teuer und daher momentan nicht geplant.

Im Jahr 2009 war der EKH die Betriebserlaubnis für eine Behinderteneinrichtung in Johanngeorgenstadt entzogen worden. Auslöser war ein anonymer Brief. Darin hatte man den Erziehern vorgeworfen, Kinder misshandelt zu haben. Durch alle gerichtlichen Instanzen hindurch ist allerdings bestätigt worden, dass die Schließung der Einrichtung durch das Landesjugendamt und das sächsische Sozialministerium gesetzwidrig war. (irme)

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