Gastro- und Hotelbranche kämpft um Mitarbeiter

Für die Betreiber wird es immer schwerer, Personal zu finden

Bärenstein.

In der "Gemeinsamen Mitte" an der deutsch-tschechischen Grenze in Bärenstein hat zum zweiten Mal eine Jobbörse für das Hotel- und Gaststättengewerbe stattgefunden. Auf die Beine gestellt wurde sie von der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz. Ziel: Nahe Tschechien sollten vor allem Servicekräfte, Köche und Housekeeper aus dem Nachbarland angesprochen werden. Fünf Häuser von Schwarzenberg bis Oberwiesenthal präsentierten sich. Nicht viel, das weiß Frank Uhlig von der Agentur für Arbeit. Doch es gibt eben einfach nicht genug Bewerber für eine Stelle. Also musste Uhlig bei den Unternehmen auswählen.

Zu denen, die einen der begehrten Plätze besetzten, gehörte Thomas Herberger. Er betreibt in Oberwiesenthal das Gasthaus und die Pension "Zur Schachtelbud". Lange hatte er keine Probleme, Personal zu finden. Doch zuletzt sei es schwerer geworden, vor allem Köche seien Mangelware. Herberger musste reagieren. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter rücken mehr in den Fokus. So bleibt bei ihm zu Weihnachten erstmals zu. Auch flexible Arbeitszeitmodelle, Modernisierungen im Haus und die aktive Suche im Internet nach Personal gehören dazu. Claudia Escher, Personalverantwortliche der Ahorn-Hotels in Oberwiesenthal, weiß, dass selbst kleine Jobbörsen wichtig sind. Doch auch in Tschechien steigen die Löhne. "Da wird es für uns schwierig." Die Bewerber legen unter anderem Wert auf unbefristete Verträge, und in der sechsmonatigen Probezeit stellt das Unternehmen die Unterkunft.

Von den 3400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe im Erzgebirgskreis kommen aktuell mehr als 300 aus Tschechien. Der Markt sei aber umkämpft, die Konkurrenz um gelernte, aber auch fachfremde Mitarbeiter groß, so Frank Uhlig. Er kenne kaum einen Betrieb der Branche in der Region, der nicht nach Mitarbeitern Ausschau hält. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren habe sich die Situation verschärft, davor sei es ein schleichender Prozess gewesen. Und was ist, wenn keine Mitarbeiter gefunden werden? Dann bleibe einigen nur übrig, Öffnungszeiten zu verkürzen oder zum Beispiel das À-la-carte-Geschäft zu reduzieren.

Die Jobbörse an der Grenze kann dem zumindest etwas entgegenwirken. Uhlig ist sich sicher, dass einigeArbeitsverträge zustande kommen werden. Auch ein potenzieller neuer Azubi war darunter.

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