Geballtes Wissen über Reformpädagogik

"Eins, zwei, drei - Kindheit schnell vorbei" heißt ein Buch von Jens und Bärbel Bitterlich. Sie erklären darin anschaulich die Jenaplan-Pädagogik.

Schwarzenberg.

Bärbel und Jens Bitterlich aus Schwarzenberg haben sich schon für Reformpädagogik interessiert, als viele den Jenaplan noch für eine Stadtkarte hielten. Sie hoben 1993 in Markersbach Sachsens erste Jenaplanschule aus der Taufe und engagierten sich in der deutschen Jenaplangesellschaft. Sechs Jahre lang - von 2011 bis 2017 - hatten sie zudem die Präsidentschaft in dieser inne. Daher steht das Buch mit dem Titel "Eins, zwei, drei - Kindheit schnell vorbei - Faszination Jenaplan" für langjähriges, kompetentes Wissen zum Thema.

Heute sind die Bitterlichs in ganz Sachsen und in anderen Bundesländern unterwegs, um Schulen und Schulträger zum Thema Jenaplan zu beraten. In Sachsen informieren sie beispielsweise im Auftrag der Bildungsagentur über jahrgangsübergreifenden Unterricht. "Das wurde besonders interessant, seit die kleinen Grundschulen zugelassen sind. Heute ist es ja, anders als noch vor ein paar Jahren, erlaubt, mit einer geringen Schülerzahl eine Klasse zu bilden", sagt Bärbel Bitterlich. Da die Bitterlichs immer wieder Lehrer zu Kursen begrüßen, kam unter den Teilnehmern dabei oft auch die Frage auf: "Können wir nicht etwas in die Hand bekommen?" Kopierten Zettelkram mochte das Paar irgendwann nicht mehr und fasste den Plan, ein Buch oder eine Broschüre mit praktischen Beispielen der Jenaplan-Pädagogik herauszugeben. Da Jens Bitterlich vor drei Jahren für einen, wie er selbst sagt, "dicken Wälzer" von Heiner Barz zur Reformpädagogik Zuarbeit leistete, waren viele Inhalte bereits vorhanden. "Sein Werk ist 600 Seiten dick. Nur 40 bis 50 Seiten widmen sich dem Jenaplan", so Bitterlich. Es sei eine Art Standardwerk zur Reformpädagogik. "Unsere Broschüre hingegen sollte bezahlbar, lesbar und möglichst praktisch sein", so Bitterlich. Beim Schneider Verlag rannte das Paar mit der Idee offene Türen ein. Allerdings war es ein langer Entstehungsprozess. Seit 2017 haben sie daran gearbeitet. Entstanden ist ein 70 Seiten umfassendes Handbuch, das für 12 Euro verkauft wird. Die Rollenverteilung sei klar gewesen: Während Jens die Theorie niederschrieb, war Bärbel Bitterlich der Mittler zum praktische Verstehen. Sie verfasste die Texte so, dass sie auch vom reformpädagogischen Laien verstanden werden.

"Das Layout sollte besonders sein. Daher hat unser Sohn Reimar das Ganze gesetzt", sagt sie. Mit ihm haben sie ganz eng zusammengearbeitet und den roten Faden auch optisch ins Buch gesponnen. Jedes Kapitel wird mit Illustrationen und allgemeinen Zitaten zu Pädagogik und Kindererziehung eingeleitet.


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