Gedenkstein enthüllt: Wismut stellt Großprojekt fertig

Das Unternehmen hat gut 2,3 Millionen Euro in die Sanierung der alten Halde 42 in Johann'stadt investiert. Schwibbögen und Bäume sollen das Areal weiter aufwerten.

Johanngeorgenstadt.

Er stammt aus dem Vogtland: Der Gedenkstein für den gerade sanierten Johanngeorgenstädter Treibeschacht "Neuleipziger Glück" ist nicht aus heimischem Granit gehauen worden. Es handelt sich um Metamorphes Gestein, versehen mit einer Bronzeplatte. Er erinnert mit wenigen Zahlen an ein Stück Bergbaugeschichte. Am Montag wurde er enthüllt. Der Bergbausanierer Wismut übergab damit den 1796 getäuften Schacht samt sanierter Halde 42 an die Stadt.

Noch ist die reichlich drei Hektar große Fläche nahe dem Pferdegöpel nicht viel mehr als feuchtbrauner Erdboden. Doch erste Bäume wurden gepflanzt, und vor wenigen Tagen bezogen geschnitzte Figuren des "Exulantenzuges", die an die Stadtgründung erinnern, ihren Platz. Auch ein Fußweg ist vage erkennbar. "2020 wollen wir mit den Bürgern weitere Bäume pflanzen", sagte Bürgermeister Holger Hascheck.

Die Arbeiten an der Halde im Gebiet der Mittelstadt waren nötig, weil Einbruchsgefahr bestand. Insgesamt 2,3 Millionen Euro flossen in Halde und Schacht. Das sagte Manfred Speer, Abteilungsleiter für Altstandorte bei der Wismut. Der Schacht sei mit einer Beton-Plombe in 23 Metern Tiefe gesichert worden. Durch ein Gitter können Neugierige dennoch einen Blick hineinwerfen. "Das wollen wir auch noch beleuchten", so Speer. Das Unternehmen habe wegen der Maßnahme 152 Garagen abreißen müssen. Der Grund: "Sie waren auf radioaktiv belastetem Boden errichtet." 15.000 Kubikmeter radioaktiv kontaminierte Halde habe man abtragen lassen. 8500 Kubikmeter neuer Boden wurden aufgebracht. Die Arbeiten sind eines von 62 bislang genehmigten Sanierungsprojekten im Bereich Wismut-Altstandorte in Johanngeorgenstadt. Insgesamt seien schon um die 45 Millionen Euro in solche Vorhaben in der Bergstadt geflossen. Das Geld kommt vom Bund sowie vom Freistaat Sachsen.

Bei der Übergabe am Montag war Unternehmer Siegfried Ott zugegen. Er hat den Großschwibbogen, die Riesenpyramide und auch den neuen "Exulantenzug" initiiert und finanziert. Nun kündigte er an, auf dem Gelände der Halde 42 fünf große Schwibbögen mit neuen Motiven aufzustellen. Sie sollen unter anderem Bergbaugeschehen und Naturansichten zeigen. Zudem wolle er herzförmige Bänke bauen. "Es gibt nun eine touristische Achse vom Schwibbogen über die Halde bis hin zu Pferdegöpel und Freibad", so Ott.

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