Geister scheiden sich am Geld fürs Erzieherteam

Keine Einigung haben die Volkssolidarität und die Belegschaft der Kita in Bernsbach erzielt. Das "Kinderparadies" wechselt daher nach zwei Jahren erneut unter ein neues Dach.

Lauter-Bernsbach.

Die Wege des Trägers und des Teams der Kindertagesstätte "Kinderparadies" in Bernsbach trennen sich Ende 2019 - nach nur zwei Jahren. Vorausgegangen war ein erfolgloses Ringen um eine einvernehmliche Lösung für die Bezahlung der Erzieher. Erst Anfang 2018 war die Kita aus kommunaler in freie Trägerschaft der Volkssolidarität Westerzgebirge übergegangen, zu der seit 2010 auch die Kita "Mini & Maxi" in Lauter gehört. Eine vermeintlich optimale Lösung.

Die Gründe für den Trägerwechsel waren vor allem finanzieller Natur. Die Stadt musste sparen, die Übergabe der Kita nicht vermeidbar. Dazu steht Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) nach wie vor. Er begründete dies damals "auch mit Blick auf die Gleichbehandlung der Kitas in beiden Ortsteilen." Das "Kinderparadies" mit 280 Plätzen und rund 30 Angestellten sei einfach zu teuer geworden - die Einsparung durch den Trägerwechsel pro Jahr sechsstellig.


Das Gros des Erzieherteams befürchtete Lohneinbußen von zwölf Prozent und mehr. Schon seinerzeit schlug das Thema hohe Wellen. Die Stadt war bereit, einen zeitlich begrenzten Lohnausgleich zu zahlen, doch eine endgültige Einigung kam nun offensichtlich nicht zustande.

Laut Ratsbeschluss "konnten sich Träger und Belegschaft beim Betriebsübergang 2018 nicht auf eine Anerkennung der Arbeitsvertragsrichtlinien einigen". So gelten vorerst die bestehenden Regeln der Arbeitsverträge unter Bezug auf den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst. Doch zweiverschiedene Tarifwerke lehnt die Volkssolidarität aufgrund ihres Gleichbehandlungs-Credos für die Mitarbeiter ab. "Die Sachlage ist bekannt und nicht viel mehr zu sagen. Außer dass die Entscheidung schwerfiel", so Geschäftsführer Béla Ullmann während der jüngsten Ratssitzung, der gut 20 Kita-Mitarbeiter beiwohnten. Er hätte sich eine Zusammenarbeit gewünscht. Selbst ein Gespräch mit der Belegschaft unter Beteiligung des Stadtrats und mit Aussicht auf Zugeständnisse führte zu keiner Einigung. Daher endet die Trägerschaft Ende des Jahres.

Ein Nachfolger ist ab Januar 2020 mit dem Diakonischen Werk Aue-Schwarzenberg gefunden. Es hatte sich schon am ersten Bewerberverfahren beteiligt. Vorstand Rainer Sonntag sieht der Zusammenarbeit optimistisch entgegen. "Wohl wissend, dass die Situation angespannt ist." Béla Ullmanns Rückzugsgründe kann Rainer Sonntag nachvollziehen. "Auch bei uns steht die einheitliche Behandlung aller Mitarbeiter obenan." Nun folgen Gespräche. "Wir würden sogar zwei Tarifsysteme akzeptieren", so Sonntag. Doch das sei keinesfalls gewünscht, es müsse also genau sondiert werden.

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