Gemälde zeigt historische Ansicht des alten Bauernhofs

Lüftlmalerei ziert die Fassaden vieler Häuser im Erzgebirge. "Freie Presse" erzählt die Geschichte dahinter. Heute: Familie Wiechert aus Bockau.

Bockau.

Nicht nur Menschen verändern im Laufe ihres Lebens ihr Äußeres, auch Gebäude können ihr Erscheinungsbild ändern. Sehr gut zu erkennen ist dies unter anderem an der Lüftlmalerei, die seit 2013 das Haus von Reinhard und Helga Wiechert aus Bockau ziert. Die Malerei zeigt genau das Gebäude, an dessen Wand sie sich befindet, allerdings im Zustand von 1944.

Die Vorlage für die Lüftlmalerei lieferte der berühmte erzgebirgische Maler Gerhard Vogel, der ebenfalls aus Bockau stammte. "Das Originalbild befindet sich seit seiner Entstehung 1944 eingerahmt in unserem Familienbesitz", berichtet Reinhard Wiechert. Da an diesem Bild schon der Zahn der Zeit nagte, sah sich Familie Wiechert in die Pflicht genommen, die Kostbarkeit 1998 von einer Malerin aus Wernesgrün restaurieren zu lassen.

Helga Wiechert war jedoch zunächst dagegen, das Bild von 1944 an ihr Haus malen zu lassen. "Allerdings gab es da diese eine freie Stelle an der Fassade, an der sich kein Fenster befindet", schmunzelt die 64-Jährige. Am Ende ließ sie sich überzeugen, sodass 2013 die Firma Kunstmalerei A. Schott aus Auersbach im Erzgebirge die Idee schließlich umsetzte. "Die Arbeiten an dem zweieinhalb mal zwei Meter großem Gemälde dauerten rund zwei Wochen und kosteten einen vierstelligen Betrag", berichtet Reinhard Wiechert.

Das Haus von Familie Wiechert besteht bereits seit 1530. "Es wurde als Bauernhof erbaut und hatte über all die Jahre insgesamt 24 Vorbesitzer", berichten die beiden.

1862 brannten das Gebäude sowie drei Nachbarhäuser ab. Aufgrund eines Blitzeinschlages ging es 1898 erneut in Flammen auf. 1978 wurde das Gebäude schließlich geteilt. "Da bereits meine Eltern keine Landwirtschaft mehr betrieben, entschlossen wir uns, die Scheune ebenfalls zu einem Wohnhaus umzubauen", erzählt Helga Wiechert. Das Ehepaar ist inzwischen stolz darauf, es geschafft zu haben, das historische Gebäude zu erhalten, auszubauen und darin heute wohnen zu dürfen.

"Von der originalen Erscheinungsform des Hauses ist heute leider nichts mehr erhalten", stellt Reinhold Wiechert fest. Doch mit Hilfe des Bildes von Gerhard Vogel und der Lüftlmalerei konnte für kommende Generationen zumindest die Ansicht ihres Hauses von vor knapp 75 Jahren festgehalten werden. Um auch die große Heimatverbundenheit der Familie auszudrücken, zeigt die Malerei zudem den erzgebirgischen Schriftzug "Drhamm is drhamm".

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