Gestatten: Henry und Stuard Aue, geboren in Aue

Die Zwillinge machen ihre Eltern Vanessa Imhof und Kevin Aue stolz und glücklich. Mit seinem Nachnamen hadert der Papa nicht - weiß aber auch, was auf seine Söhne zukommt.

Vanessa Imhof und Kevin Aue sind stolze Eltern von Stuard (links) und Henry, der den Fototermin verschlafen hat.

Von Anna Neef

Wer Aue heißt, gerät oft in Erklärungsnot. Das weiß Kevin Aue nur zu gut. Doch der 22-Jährige kommt klar und gibt seinen Nachnamen an beide Söhne weiter: Henry und Stuard Aue, geboren am 2. August 2018 in Aue. Die Zwillinge kamen sieben Wochen vor dem errechneten Termin auf die Welt. "Es geht ihnen gut", sagt Mama Vanessa Imhof und wirkt überglücklich.

Die 21-Jährige hat eine turbulente Schwangerschaft hinter sich. Denn die kleinen Herren Aue bescherten der Mama arge Übelkeit bis in die 19. Woche hinein. Vanessa Imhof bekam sogar Infusionen. In der 26. Woche setzten Frühwehen ein. Der erste Klinikaufenthalt folgte. "Es stabilisierte sich noch mal." Doch in der 33. Woche ging es ganz schnell. Trotz Medikamenten, die die Wehen hemmen sollten, drängten Henry und Stuard auf die Welt. Der eilige Kaiserschnitt für die Aues gelang, was Kirsten Praedicow als leitende Oberärztin der Neonatologie im Auer Helios-Klinikum sehr freut. "Seither sind die Zwillinge auch wegen ihres Namens etwas ganz Besonderes auf unserer Station", sagt sie. Erstaunte Blicke wegen des Nachnamens habe es viele gegeben. "Das hat man ja nicht alle Tage." Gesundheitlich gehe es den Babys gut. "Stuard war der Zweite und ist noch etwas hinterher." Aber er hole auf, die Trinkprobleme bei beiden legen sich. Henry und Stuard sind eben echte Auer.

Papa Kevin schmunzelt. "Wir können bald heim. Das ist schön", sagt der Koch, der mit seiner Frau von Chemnitz in deren Heimatstadt Schneeberg umzog, weil er in der Bergstadt Arbeit bei Feinkost Schwarzbach fand. Der Job in laufender Gastronomie wie zuvor lasse keinen Freiraum für Familie. Daher orientierte sich Kevin Aue um, der tatsächlich mal in Aue wohnte. "Ich stamme aus Leipzig, zog mit meiner Mutter her. Aue war eine Zeit lang auch mein Spitzname bei Freunden." Später verschlug es ihn nach Chemnitz und jetzt nach Schneeberg. In der himmelblauen CFC-Stadt Chemnitz habe er wegen seines Nachnamens kaum Probleme gehabt. "In Leipzig dagegen sagte ich ungern, wie ich heiße. Das konnte schief gehen."

Fan des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue - gleich nach Erstligist Borussia Dortmund - ist Kevin Aue seit vielen Jahren. Früher war er oft im Erzgebirgsstadion dabei. "Zuletzt blieb kaum Zeit dafür", sagt er und blickt in die Zukunft. "Wäre der Hit, wenn unsere Jungs irgendwann bei Aue spielen", sagt der frühere Hobbykicker und lacht. "Handball ginge ja auch - oder alles andere. Das steht unseren Jungs natürlich frei", fügt Mama Vanessa hinzu, die den Reigen der "Auer" bald ergänzt. "Wir wollen heiraten." Dann wären es - nach Kenntnisstand des jungen Papas - sechs Mitglieder in der Familie Aue. Woher der Name kommt, weiß er nicht. "Ich mag nicht in der Vergangenheit wühlen." Daher habe er das nie recherchiert. Der künftigen Frau Aue ist die Namensherkunft nicht wichtig. "Hauptsache, es geht uns allen gut."

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