Gospelsänger reißen ihr Publikum mit

Gute Nachricht haben am Wochenende in Lößnitz und Thalheim 110 Sänger überbracht. Das Projekt führte alle Altersgruppen zusammen und sorgte für zwei gut besuchte Gotteshäuser.

Lößnitz/Thalheim.

Es ist ein beeindruckendes Bild: Ein Gospelchor mit 110 Sängerinnen und Sänger hat am Samstagabend in der Johanniskirche Lößnitz Aufstellung genommen. Alle Mitwirkenden sind rund und schwarz gekleidet. Tücher, Ketten oder Schals setzen einen farblichen Akzent. Der Altar ist mit schwerem, schwarzen Stoff abgehangen, in Thalheim einen Tag später ist das nicht notwendig. "Das hat in der Lößnitzer Kirche etwas mit der Akustik zu tun. Sie wird dadurch verbessert", sagt Simone Lehmann aus Thalheim, die neben Kantor Alexander Tröltzsch aus Lauter-Bernsbach zu den Chorleitern gehört.

Bei den Gospelsängern handelt es sich um Menschen aus der Region, die im normalen Leben normalen Berufen nachgehen. Lediglich Solistin Elisabeth Markstein ist studierte Sopranistin, betreute im Vorfeld die Hobby-Solisten und sang selbst im Rahmen des Programms. Alle eint die Liebe zum Gesang. Die Liebe zu Jesus Christus und der Glaube an Gott hat sie zusammengeführt.

Gospel heißt übersetzt "Gute Nachricht" und genau diese wollen die 110 Erzgebirger mit dem Projekt "erzGospel" überbringen. Dreieinhalb intensive Probentage lagen hinter den Akteuren. Im September in Thalheim, im Oktober in Lauter sowie am Freitagabend und ganztägig am Samstag in Lößnitz wurde am mitreißenden Programm gefeilt. Der Erfolg konnte sich sehen oder in diesem Fall hören lassen.

Schon am Samstagabend war die Kirche in Lößnitz gut gefüllt und die Besucher gingen mit, obwohl es diesmal - wie Alexander Tröltzsch betonte - deutlich weniger Mitsing-Möglichkeiten für die Gemeinde gab. Doch um vom Gospel berührt zu werden, bedarf es keines Mitsingens. Die populären Melodien, die englischen Texte, die auf einer Leinwand übersetzt werden, sind so ergreifend, dass der Funke sofort zum Publikum übersprang. Entscheidenden Anteil daran hatte die "erzGospel"-Band unter der Leitung von Erik Lehmann, die überwiegend aus ambitionierten Hobbymusikern besteht. Sie verstanden es perfekt, der Musik Flügel zu verleihen.

Was am Samstag Premiere feierte, ging am Sonntagvormittag gleich noch einmal weiter. In der Kirche Thalheim war kein Platz mehr zu finden. Noch am Samstagabend waren die Techniker und Musiker nach Thalheim umgezogen. Dort wurde bis nach Mitternacht alles für die zweite Auflage vorbereitet.

Ein hartes Stück Arbeit weiß auch Gerson Anders: "Ich bin zum ersten Mal beim ,erzGospel' dabei. Natürlich, weil ich Gesang im Allgemeinen und Gospel im Besonderen mag", sagte der Thalheimer, der in seiner Heimatkommune zum Gospelchor Hatikwah gehört. Der Reiz an einem solchen Projekt liege in der Größe. "Es macht schon einen Unterschied, ob 110 oder deutlich weniger Sänger dabei sind." In den wenigen Proben müssten sich die Sänger aufeinander einstellen und miteinander einspielen.

"Die Gemeinschaft trägt das Ganze", weiß Thomas Schneider aus Johanngeorgenstadt. "Die starken Sänger ziehen die mit weniger Erfahrung mit. Natürlich sind gute Dirigenten wichtig, die uns motivieren und mitnehmen." Letztendlich löse ein solcher Auftritt pure Glücksgefühle aus, die selbst den großen Aufwand, die Anstrengung der beiden Haupttage und eine leicht angeschlagene Stimme rechtfertigen.

Auf die Stimme angesprochen, müssen Michaela Rehpenning und Mandy Knoch aus Beierfeld lächeln: "Natürlich merken wir das." Doch gerade die Projektvariante, die zeitlich begrenzt sei, mache viel Spaß und sei gut planbar. "Wir haben beide liebe Männer, die uns den Rücken freihalten", so Mandy Knoch.

Thomas Schneider bringt es für die meisten der Mitwirkenden auf den Punkt: "Es ist wunderbar, in der Gemeinschaft und zur Ehre unseres Herrn zu singen." Für den großen Erfolg spricht auch, dass die beiden Gospelgottesdienste in Thalheim und Lößnitz alle Altersgruppen zusammenführten - und das außerhalb der großen kirchlichen Feste.

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