Großvermieter will Leerstand verringern

19,7 Prozent des Bestands der Schwarzenberger Wohnungsgesellschaft sind derzeit ohne Mieter. Diese Quote soll verbessert werden - und nicht nur durch Abriss von Häusern.

Schwarzenberg.

Null Leerstand in ihrem Wohnungsbestand - das ist für Großvermieter kein erstrebenswertes Ziel. Sie brauchen stets etwas Rangiermasse, sagen Fachleute der Branche, müssen Wohnungen als Ausweichquartiere bei Baumaßnahmen oder für nicht vorhersehbaren Bedarf vorhalten. Eine Leerstandsquote von 19,6 Prozent allerdings, wie sie die Schwarzenberger Wohnungsgesellschaft (SWG) derzeit aufweist, ist deutlich zu hoch. "Darum unternehmen wir wie in den Jahren zuvor auch in diesem Jahr etwas, um die Quote zu senken", sagt SWG-Geschäftsführer Uwe Matthe.

Damit meint er nicht nur Abriss. Der Aspekt ist natürlich dabei, wenn auch nicht mehr in den Dimensionen, die seit 2001 im Stadtteil Sonnenleithe zu verzeichnen waren. Die demografische Entwicklung wird für Schwarzenberg einen weiteren Rückgang der Bevölkerungszahl mit sich bringen. Deshalb hat der Aufsichtsrat der kommunalen SWG - sie hat noch rund 2100 Wohnungen - entschieden, weitere Häuser vom Markt zu nehmen, wie Wohnungswirtschaftler das Wort Abriss gern umschreiben. "Mitte September beginnt der Abbruch des Gebäudezeile Straße der Einheit 25 b bis f, Ende November soll dort alles erledigt sein", kündigt Matthe an. "Das Vergabeverfahren für die notwendigen Leistungen läuft."

Die Wohnungsgesellschaft rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von etwa 200.000 Euro, kann aber dank eines über die Stadt laufenden Vertrages etwa 130.000 Euro Städtebau-Fördermittel in die Finanzierung einfließen lassen. "Die Baupreise sind stark gestiegen, und beim Entsorgen von Abbruchmaterial gelten strenge Auflagen, die ebenfalls teuer werden", erklärt Matthe. In diesem direkt an der B 101 stehenden, langgestreckten Haus, errichtet 1950 in der Hoch-Zeit des Wismut-Bergbaus und des damit verbundenen enormen Wohnungsbedarfs in der Region, gab es einst 43 Wohnungen. Der Sanierungs- und Modernisierungsaufwand wäre angesichts der Wohnlage und des Überangebots an Wohnungen in der Stadt unvertretbar hoch, sagt der Geschäftsführer, zumal auch die Wohnungsgrundrisse nicht mehr zeitgemäß seien. Nach dem Abriss wird es dort eine unbebaute Grünfläche geben. Es gebe jedoch gemeinsam mit der Stadtverwaltung Überlegungen, das Areal und benachbarte Flächen einer gewerblichen Nutzung zuzuführen.

Ebenfalls auf der Abrissliste steht das 1952 gebaute, einst 18 Wohnungen umfassende Haus Clara-Zetkin-Straße 41-43 in Sachsenfeld. "Es ist leer und verschlossen, Versorgungsträger sind teilweise schon zurückgebaut", erklärt Matthe. "Auch hier läuft über die Stadt ein Antrag auf Förderung. Wir haben alles soweit vorbereitet, dass wir den Abbruch ausschreiben können, sobald die Fördermittel bestätigt sind." Ob der Bagger noch 2019 anrückt, ist unklar. Klar ist hingegen, dass die SWG ansonsten 2020 keinen Abriss plant, für 2021 in Sonnenleithe einen Segmentrückbau: Am Talblick 1 bis 7. Die Leerstandsquote des Großvermieters liegt dann bei 17 Prozent.

Das Vermietungsgeschäft weiter zu aktivieren, neue, nachgefragte Angebote bereitzustellen - ein weiterer Aspekt im Bemühen um eine geringere Leerstandsquote. "Es gibt beim Mieterinteresse einen Trend zu größeren Wohnungen. Die Ein-Raum-Wohnungen sind bei Singles nicht mehr so gefragt wie noch vor zehn Jahren. Dem stellen wir uns", sagt der Geschäftsführer. Und: "Unser Aufsichtsrat hat eine Marketingkonzeption bestätigt, mit der wir uns nach außen neu darstellen und verstärkt neue Mieter gewinnen wollen." Das schließe ein, mit den angebotenen Konditionen auch für Interessenten aus dem Umland noch attraktiver zu werden.

Dem Fakt, dass die Bevölkerung im Schnitt immer älter wird, will die SWG durch seniorengerechte Umbauten im Bestand gerecht werden. "Wir setzen unseren Schwerpunkt in dieser Beziehung mittelfristig im Stadtteil Heide", so Matthe. Das gelte nach vielen Arbeiten in anderen Wohngebieten - "da haben wir in den vergangenen drei Jahren eine Menge erreicht" - ebenfalls für das generelle Sanieren und Modernisieren des kommunalen Wohnungsbestandes. Denn auch das Erneuern von Fassaden, Treppenhäusern und Briefkastenanlagen bestärke Mieter in ihrer Entscheidung, bei der SWG gut aufgehoben zu sein. Das sehen zum Beispiel auch jene Mieter so, die in jüngster Zeit sanierte und modernisierte Wohnungen im Wohngebiet Rockelmann bezogen haben.

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