Grubenwasser fließt wieder ungehindert

3,55 Millionen Euro kostet ein Sanierungsprojekt im Altbergbaugebiet von Erla-Crandorf. Im Gegensatz zu übertägigen Vorhaben ist davon nichts zu sehen.

Erla.

Fast zeitgleich mit der Sanierung des Herrenhofs in Erla ist in der als Welterbe anerkannten Bergbaulandschaft Rother Berg in Erla-Crandorf auch ein untertägiges Projekt abgeschlossen worden. Zwar gab es unterschiedliche Auftraggeber, aber beide Projekte hatten es baulich und finanziell in sich. Flossen in den denkmalgeschützten Fachwerkkomplex und in die Außenanlagen etwa 3,8 Millionen Euro, belaufen sich die Aufwendungen zum Sanieren des St.-Johannes-Erbstollens auf insgesamt 3,55 Millionen Euro. Von der Investition ins vorbeugende Beseitigen von Risiken aus dem Altbergbau ist im Gegensatz zum Herrenhof so gut wie nichts zu sehen, denn auch die Stellen, an denen Mitarbeiter der Bergsicherung Sachsen in die Tiefe gegangen waren, sind wieder ordnungsgemäß verwahrt.

Zur Baustelleneröffnung im Juni 2016 ging das Sächsische Oberbergamt als Bauherr von 18 Monaten Bauzeit aus. "Die Bedingungen, die sich vor Ort aus den geotechnischen und altbergbaulichen Verhältnissen ergaben, waren aber unbekannt. Darum hat sich die Bauzeit beträchtlich verlängert - auf mehr als drei Jahre", erklärt Oberberghauptmann Bernhard Cramer. "Das Projektziel ist erreicht, die Grubenwässer können wieder ungehindert abfließen."

Im Ort ist man froh, dass die langwierigen Arbeiten beendet sind, zumal mehrere Anliegergrundstücke erheblich in Anspruch genommen waren. "Die Belastung für einige Anwohner war groß", sagt Ortsvorsteherin Gisela Schmidt. "Aber klar ist auch: Die Sanierung des Stollens war dringend nötig. Wasser sucht sich seinen Weg. Wenn es nicht störungsfrei abfließt, kommt es an Stellen an die Oberfläche, an denen es großen Schaden anrichten kann."

Bei dem Projekt haben die Bergsicherer 620 Meter Stollen beräumt, entschlammt und teilweise gesichert. Vier einst betriebene Schächte mit Tiefen zwischen 18 und 37 Metern wurden als Zugänge zum Stollen aufgewältigt, wie der Bergmann das Wieder-nutzbar-machen nennt, und zum Schluss auch fachgerecht gesichert. So gelang es letztlich, den historischen Stollen zu sanieren, damit er seiner grundsätzlichen Funktion zum Entwässern der alten Grubenbaue gerecht werden kann.

Außerdem stellten die Bergleute den Anschluss des 1. Heinzenbinger-Schachts an die sogenannte Rösche wieder her. Diese dient der Wasserableitung im unteren Bereich des Stollens, ist bei der Sanierung auf etwa 100 Metern Länge erneuert worden und führt auf natürlichem Gefälle Grubenwasser ins Schwarzwasser. Das Beräumen abgelagerter Sedimente an der Einleitstelle im Flussbett gehörte ebenfalls zum Projekt.

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