Grüne: Ausbau ist mehr als nur Decke

Ob die gesperrte Straße Jägerhaus - Steinheidel reaktiviert wird, ist nach wie vor Diskussionsthema. Ein Leserbrief löste nun eine erneute Reaktion aus.

Steinheidel/Jägerhaus.

Als in den 1990er-Jahren schon einmal die jetzt erneut diskutierte Reaktivierung der gesperrten Straße Jägerhaus - Steinheidel ein Thema war, seien es auch die Grünen gewesen, die das Vorhaben verhinderten. Auf diesen Vorwurf in einem am 25. April veröffentlichten Leserbrief reagierte die Kreisvorsitzende und Kreisrätin der Grünen, Ulrike Kahl. Offenbar gehe der Schreiber davon aus, dass es beim "Ausbau" jener Straße nur um eine neue Schwarzdecke gehe. "Dem ist nicht so", sagt Kahl. Der Landkreis habe in seiner Vorplanung etwa 6,2 Mio. Euro veranschlagt. Zum Vergleich: Der im Oktober 2017 freigegebene Abschnitt Schwarzenberg - Abzweig Morgenleithe der Staatsstraße 274 mit den aufwändigen Geländearbeiten habe zirka 3,2 Millionen Euro gekostet. Daraus lasse sich ablesen, dass es bei der geplanten Trasse Jägerhaus - Steinheidel um einen Straßenneubau geht, "der sich zwar weitgehend an der historischen Linienführung orientiert, aber einen deutlich breiteren Querschnitt und einen nochmals breiteren Baukorridor haben wird".

Wenn der Schreiber damals, wie Kahl, mit gut abgewogenen Argumenten ein Gegner des Neubaus der B 93 n war, könne er hinter diese Art des "Ausbaus" sicher auch ein Fragezeichen setzen. Die fachliche Einschätzung der Staatsregierung sei jedenfalls die, so die Kreisrätin, dass die Topografie, vor allem die Längsneigung, und die Ökologie der Umgebung im Verhältnis zu den Kosten und zum fehlenden Bedarf keine weiteren Investitionen in die Verbindung rechtfertigen. Angesichts dessen sei es unplausibel, dem Kreis eine neue Straße aufzubürden, obwohl er schon Probleme habe, die bestehenden zu unterhalten. "Pro Jahr kann der Kreis nur etwa 4 Kilometer seines rund 350 Kilometer umfassenden Kreisstraßennetzes sanieren; dazu kommen jährlich Frostschäden, die zeitnah kaum noch zu beheben sind", so die Grüne. "Unser Vorschlag, dass der Sachsenforst den Weg übernimmt, befestigt und für Rettungsdienste oder sonstige Sonderverkehre öffnet, kommt dem berechtigten Anliegen entgegen, dass Steinheidel auch bei Havarien an der Talstraße sicher erreichbar ist."

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