Grünhainer mit glänzendem Geschäft

Die Firma Friedrich hat sich in diesem Jahr eine eigene Marke zugelegt und hofft damit auf eine glänzende Zukunft. Ihr Metier sind seit jeher Edelstahlteile. Der Betrieb fertigt aber auch Präzisionswerkzeuge für besondere Schmuckstücke.

Grünhain/Bernsbach.

Unternehmen des Werkzeugbaus gibt es im Erzgebirge etliche, und dennoch ist die Firma Friedrich in Grünhain eine ganz besondere in dieser Branche. Denn die Werkzeuge, die der Betrieb produziert, dienen dazu, Teile zu fertigen, die zu Recht als Schmuckstücke bezeichnet werden dürfen.

"Wir fertigen hauptsächlich hochwertige Edelstahlteile für den Sichtbereich", sagt Mathias Friedrich, also Teile, die nicht versteckt verbaut sind. Friedrich ist nicht nur einer der vier Gesellschafter des kleinen Familienbetriebs, sondern heute auch der Geschäftsführer. "Gegründet hat das Unternehmen 1874 Albin Auerswald in Bernsbach. Und dort ist nach wie vor auch ein Teilbetrieb des Unternehmens sowie ein Museum mit technischem Gerät", erzählt der 46-Jährige. Seine Eltern hatten Mitte der 1980er-Jahre die Produktion der Edelstahlteile übernommen. Nach der Wende gründete die Familie dann die heutige Friedrich GmbH.

Die Produktion wuchs, im Jahr 2011 wurde die erste Halle im Grünhainer Industriegebiet an der Kühnhaider Straße angekauft, umgebaut und bezogen. Kurz darauf eine zweite, unweit davon entfernt. Der Jahresumsatz liegt bei knapp vier Millionen Euro.

In den Schauvitrinen wird deutlich, dass jeder von uns diese Dinge aus dem Alltag kennt: Siebkörbchen und Ausgusseinsätze für Spülen beispielsweise. Ebenso wie Blenden, Bedienelemente für den Sanitärbereich, Schalter, Taster sowie Steckdosen. Edelstahl liegt nicht nur in der Medizin im Trend, sondern auch in der Möbelindustrie.

Die Werkzeuge, die bei Friedrich gefertigt werden, dienen auch in der Automobilindustrie dazu, verschiedene Schmuckelemente für Fahrzeuge herzustellen, wie zum Beispiel Zierleisten und Embleme. Vertreten sind in diesem Feld viele große Namen. "In diesem Bereich ist natürlich höchste Präzision gefragt, es geht um hochwertige Oberflächen, eben weil die Embleme als Aushängeschild für die Automarken dienen", erklärt der Chef, dessen Mannschaft momentan 50Mitarbeiter zählt.

In diesem Jahr hat die Firma damit begonnen, eine eigene Marke zu etablieren. Unter dem Label "Acero" fertigen sie heute Edelstahlfliesen in unterschiedlichen Designs. "Da haben wir anfangs mit einer Absolventin der Schneeberger Fakultät zusammengearbeitet", sagt Friedrich und zeigt, dass die Edelstahlfliesen selbst im eigenen Unternehmen Verwendung finden.

Wer nun meint, Edelstahl sei viel zu empfindlich, was die Pflege angeht, der kennt die Tüftler aus dem Erzgebirge nicht. Denn die glänzenden Produkte für Bäder, Praxen, Küchen, Hotels und Labore gibt es nicht nur in Hochglanz und in unterschiedlichen Farben, sondern auch in gebürstetem Edelstahl und mit einer speziell versiegelten Anti-Fingerprint-Oberfläche.

Zudem sind die Edelstahl-Wandfliesen kombinierbar mit den herkömmlichen Keramikfliesen und schaffen so ein edles Ambiente. "In diese Fliesen lassen sich Firmenschriftzüge und Logos einarbeiten", sagt Mathias Friedrich.

Des Weiteren hat das Unternehmen eine Ablaufrinne für ebenerdige Duschen entwickelt, die jedoch komplett aus Edelstahl gefertigt wird. "Sogar das Ablaufrohr ist aus Edelstahl. Das ist einfach besser als Kunststoff", sagt der Fachmann, der zur morgigen Kooperationsbörse Erzgebirge in Stollberg sich und seine Firma vorstellen will, um sich künftig innerhalb der Region weiter zu vernetzen. "Da, denke ich, lassen sich noch viel mehr gute Verbindungen zu anderen Unternehmen knüpfen", erklärt er.

Die Kooperationsbörse Erzgebirge findet am Mittwoch, 10 bis 15 Uhr, in der Dreifeldsporthalle am Carl-von-Bach-Gymnasium in Stollberg statt. Angemeldet sind derzeit mehr als 110 Firmen aus der Region, die sich präsentieren wollen.

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