"Gut Förstel" nimmt Kurskorrektur vor

Vor einem Jahr herrschte Aufregung im Alterswohnsitz. Der damals neu eingesetzte Leiter sah vieles anders, verärgerte rigoros. Das ging nicht lange gut. Jetzt sind Personal und Bewohner wieder glücklich.

Langenberg.

Alles ist wieder gut im Gut Förstel, dem Alterswohnsitz in Langenberg. Ein wahrlich turbulentes Jahr liegt hinter den mehr als 120 Bewohnern, denn vor genau einem Jahr hatte ein neuer Mann das Ruder übernommen und so manchen rigorosen Kurswechsel vollzogen - ohne die Bewohner mitzunehmen. Die fatale Folge war, Unmut hatte sich breit gemacht, Bewohner fühlen sich nicht mehr wohl.

"Das haben wir korrigiert. Aus diesem Fehler haben wir gelernt", sagt Michael Eisenberg, der die Leitung des Hauses zum 1. Juli 2015 in seine Hände nahm. Seinem Vorgänger wurde gekündigt. "Heute sind wir wieder eins", betont der 48-Jährige, der die Kurskorrektur sofort vollzogen hat. Vieles hat sich seither wieder geändert, unzählige Gespräche seien geführt worden mit dem Personal, den Bewohnern und deren Angehörigen. "Offene Worte sorgen heute für ein gutes Klima im Gut Förstel", sagt Michael Eisenberg.

Eisenberg, der viele Jahre Heimleiter des Luisenhofs in Göttingen war, ist nun ins Erzgebirge gewechselt. Eisenberg ist Geschäftsführer der Dr. Willmar Schwabeschen gemeinnützigen Heimstättenbetriebsgesellschaft und Vorstandsmitglied der gleichnamigen Stiftung. Zur Betriebsgesellschaft gehört seit 1996 auch das Altenheim Gut Gleesberg in Schneeberg, das 50 Plätze bietet.

Das Haus in Langenberg ist größer. Hier gibt es 80 vollstationäre Plätze, 18 Plätze in der Tagespflege 16 Plätze für Betreutes Wohnen und 24 Wohnungen des sogenannten Service-Wohnen, wo Leistungen auf Wunsch bezogen werden können.

Im zurückliegenden Jahr ist auch bauseitig einiges geschehen. "Speziell in Sachen Brandschutz ist viel passiert", erklärt Eisenberg. So wurde eine komplett neue Brandmeldeanlage eingebaut, der Brandschutz generell auf den neuesten Stand der Technik gebracht, so der Geschäftsführer. "Eine lange Zeit von Baustellen im Haus liegt hinter uns, die für Bewohner und Personal eine große Herausforderung darstellte. Aber das alles ist problemlos gelaufen. Zurzeit arbeiten wir noch an der Ausgestaltung", so Eisenberg.

Auf den Wohnetagen wurde mittels neuer farbiger Bodenbeläge und Wandgestaltungen ein Farbkonzept umgesetzt. Wandmalereien mit regionalen Bezügen und bekannten Symbolfiguren sollen nicht nur die heimatliche Verbundenheit unterstreichen, sondern den Bewohnern und Gästen des Hauses als Orientierungshilfe im Alltag dienen.

In den großen Nischen der Gänge werden nun Themenräume entstehen, wo die Bewohner sich mit ihrem Besuch zurückziehen oder mit anderen Bewohnern auf einen Plausch treffen können. "Da ist ein Kaminzimmer ebenso geplant wie ein Wohnzimmer im Stil der 1950er-Jahre", sagt Eisenberg. Die Umsetzung all dessen ist für März vorgesehen. Schon jetzt ist jedem Wohnbereich ein Spruch zugeordnet, der in großen Lettern die Wände ziert. Doch das sei alles Gestaltung. Viel wichtiger sei ihm als neuen Chef das gute Miteinander, das wieder entstanden sei. So wurde sogar das Förstelstübchen, als kleines Café in Regie des Heimes wieder belebt. Und die neu geknüpfte Zusammenarbeit mit dem Ortsverein lässt wieder gemeinsame gesellige Veranstaltungen zu. So gab es bereits im Januar wieder eine öffentliche Sauerkrautverkostung im Gut Förstel. Insgesamt seien vier gemeinsame Veranstaltungen im Jahr ins Auge gefasst. So soll es 2016 wieder ein Sommerfest am Förstel geben, 2017 wechselt es sich mit Park- und Teichfest ab. Zudem sind öffentliche Infoabende zu altersspezifischen Themen vorgesehen.

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