Handwerker geben sich Klinke in die Hand

Der historische Herrenhof in Erla wird im Auftrag der Stadt Schwarzenberg saniert. Das Dach ist seit 2016 im Top-Zustand. Nun geht's auch innen vorwärts.

Erla.

Selbst wenn Lehmbau- und Restaurierungsarbeiten noch nicht vergeben sind, da beschränkte Ausschreibungen nachgeschoben werden mussten: Auf der Baustelle Herrenhof Erla herrscht nach der langen Winterpause wieder Betrieb. Die Handwerker geben sich quasi die Klinke in die Hand. "Seit voriger Woche sind mehrere Gewerke im Einsatz", sagt Sybille Vogel, Leiterin des Schwarzenberger Stadtbauamts. "Die meisten bisherigen Aufträge gingen im Ergebnis der Ausschreibungen in die hiesige Region." Mit Gerüstbau, Bauhauptleistungen sowie Elektroinstallationen wurden Unternehmen aus Schwarzenberg beauftragt, mit Tischlerarbeiten an Innentüren und Fußböden eine Firma aus Rittersgrün sowie im Bereich Fenster und Außentüren eine aus Annaberg-Buchholz. Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallationen führt ein Handwerksbetrieb aus Tannenberg aus. Auch die Aufträge an Zimmerer (Plauen), Trockenbauer (Schneeberg) und Estrich-Spezialisten (Leipzig) sind vergeben.

Der Herrenhof Erla, Eigentum der Stadt Schwarzenberg, ist Teil des Unesco-Welterbe-Projekts Erzgebirge. Die Sanierung wird über ein deutsch-tschechisches Projekt von der Europäischen Union gefördert. Dabei wirken Schwarzenberg in Sachsen und Abertamy/Abertham in Böhmen unter dem Motto "Eisen, Zinn und Handwerkskunst - Zeitzeugen der montanen Kulturlandschaft Erzgebirge" zusammen. Bei den für den Herrenhof auszuschreibenden Leistungen geht das verantwortliche Planungsbüro Süß von Gesamtkosten in geschätzter Höhe von etwa zwei Millionen Euro aus.


Im Zuge des Sanierens sollen einige historische Bestandteile restauriert werden. "Die zwei dafür eingegangenen Angebote enthielten aus planerischer Sicht ungerechtfertigt hohe Gesamtkosten", so Vogel. "Deshalb haben wir die öffentliche Ausschreibung zurückgezogen und die Unterlagen an fünf ausgewählte Firmen geschickt. Nur ein vollständiges Angebot ging daraufhin ein, das wird derzeit geprüft." Auch für den Lehmbau wurde die öffentliche Ausschreibung aufgehoben, danach bekamen sechs ausgewählten Unternehmen die Unterlagen. "Hier sind nun mehrere Angebote zu prüfen."

Die Stadt hofft, dass die umfangreichen Arbeiten bis Mitte 2018 abgeschlossen sind und große Teile des Herrenhofs dann einem Betreiberverein übergeben werden können. Altes Handwerk und erzgebirgische Traditionen sollen beim Nutzen des Komplexes eine große Rolle spielen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...