Herrenquartett: Wer sticht bei Wahl zum Oberbürgermeister?

Am Sonntag werden die Karten neu gemischt. Dann entscheidet sich, wer den Chefposten im Rathaus von Aue-Bad Schlema übernimmt. Vier Kandidaten sind im Rennen - im Endspurt wollen sie noch punkten.

Aue-Bad Schlema.

Wer wird neuer Stadtchef von Aue-Bad Schlema? Diese Frage entscheidet sich bereits in den nächsten Tagen. Am kommenden Sonntag steht im Rennen um den Oberbürgermeister-Posten der zweite Wahlgang an. Dann sind erneut mehr als 17.000 Bürger aufgerufen, abzustimmen. Und eins scheint bereits klar: Das Ergebnis könnte knapp werden.

Im ersten Wahlgang hatte es Heinrich Kohl (CDU) mit 36Prozent der Stimmen auf Platz eins geschafft - vor Jens Müller (Freie Wähler), der auf 32,5 Prozent kam. Was auf den ersten Blick wie ein komfortabler Vorsprung wirkt, ist bei genauerem Blick allerdings ein ziemlich enges Rennen: Kohl erhielt 3651 Stimmen, Müller 3294. Bedeutet also: Nur wenige hundert Stimmen machten zwischen beiden Bewerbern den Unterschied, genau sind es 357.


Neben Kohl und Müller treten im zweiten Wahlgang auch erneut NPD-Politiker Stefan Hartung als Einzelkandidat und Andreas Rössel (Linke) an. . Hartung hatte am 26. Mai 19,1 Prozent der Stimmen geholt, Rössel 12,4 Prozent. Der Viertplatzierte schätzt seine Chancen selbst eher gering ein: Auch wenn sein Antritt "aussichtslos erscheint", sagt Rössel, wolle er den Wählern erneut eine "wirkliche Option bieten für mehr sozialen Ausgleich und Bürgernähe." "Ganz besonders kommt es mir darauf an, dem rechtspopulistischen Bewerber Hartung entgegenzustehen." Statt auf immer mehr und neue Wahlplakate wolle er in den nächsten Tagen auf direkte Gespräche mit den Bürgern setzen.

Stefan Hartung wirbt wiederum mit Flyern und Beiträgen in den sozialen Medien für sich. In dieser Woche stehe die Mobilisierung im Straßenwahlkampf im Mittelpunkt, erklärt er. Der NPD-Politiker hofft nach eigenen Angaben darauf, dass sich genügend Wähler für einen "echten Neuanfang" finden.

Heinrich Kohl kann sich derweil über die Rückendeckung aus mehreren politischen Lagern freuen. Nach der Auer Liste der Unabhängigen hat sich nun auch der FDP-Politiker Uwe Stübner für den CDU-Mann ausgesprochen.

Er stehe für eine stabile Entwicklung, erklärt Stübner. Er ruft zugleich alle "demokratisch gesinnten Bürger" auf, "unbedingt zum zweiten Wahlgang am 16. Juni zu gehen". Stübner ist stellvertretender Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes Westerzgebirge, darf am Sonntag aber nicht mitwählen, weil er in Zschorlau lebt.

Kohl selbst gibt sich entspannt, sagt mit Blick auf den zweiten Wahlgang am Sonntag: "Ich bin optimistisch, zumal sich spontan Anhänger gefunden haben, die mir für den zweiten Wahlgang zusätzliche Unterstützung gegeben haben." Seit neustem versucht er zusätzlich über das soziale Netzwerk Facebook Werbung für sich zu machen.

Mit Sachargumenten will Jens Müller in den verbleibenden Tagen bei Wählern punkten. Nach krawalligen Tönen ist ihm dabei nicht. Die "Achtung gegenüber den Mitbewerbern" sei ihm ein Anliegen, sagt er. Seine Wahlchancen schätzt er selbst "durchaus positiv" ein. "Mein Abschneiden in Aue ist mehr als ermutigend. Das Abschneiden in Bad Schlema ist hingegen ernüchternd, weil es einen hohen Stimmanteil für den Einzelbewerber und NPD-Politiker gab."

Mit ersten Zwischenergebnissen zur Oberbürgermeister-Wahl wird bereits am späten Sonntagabend gerechnet. Offiziell festgestellt wird das Wahlergebnis aber erst am 18.Juni. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält. Eine absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen ist, anders als im ersten Wahlgang, also nicht mehr nötig.

Für den unwahrscheinlichen, aber möglichen Fall das zwei Bewerber gleich viele Stimmen erhalten, entscheidet das Los, wer neuer Oberbürgermeister von Aue-Bad Schlema wird.

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