Hitlergruß an Straße zieht Verfahren nach sich

Amtsgericht verurteilt zwei junge Männer zu gemeinnütziger Arbeit

Aue/Schwarzenberg.

Wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen haben sich zwei junge Männer vor dem Amtsgericht Aue-Bad Schlema in dieser Woche verantworten müssen. Die Staatsanwältin warf den beiden 18- und 19-Jährigen vor, am 15. Februar 2019 an der Sachsenfelder Straße in Schwarzenberg vorbeifahrenden Autofahrern den sogenannten Hitlergruß gezeigt zu haben. An diesem Abend hielt ein Autofahrer an und konfrontierte die an der Bushaltestelle befindlichen Männer mit ihrem Verhalten. Später kehrte er mit einem Bekannten zurück, verständigte die Polizei und hielt die jungen Leute bis zum Eintreffen der Beamten fest. Diese nahmen die Personalien auf und erstatten Anzeigen. Doch nicht nur diese Tat wurde einem der beiden Angeklagten zur Last gelegt. Auch soll einer am 9. Februar 2019 in einer Whatsapp-Gruppe zwei Mal den Kommentar "Heil Sieg" und ein Bild von Adolf Hitler beim Zeigen des Hitlergrußes gepostet haben.

Vor Gericht gaben die beiden Angeklagten die Vorwürfe vorbehaltlos zu, sodass auf Zeugen verzichtet werden konnte. Aufgrund der Defizite ihrer persönlichen Entwicklung wurden sie nach Jugendstrafrecht verurteilt. So erhielt der eine Angeklagte 60, der andere 30 Stunden gemeinnützige Arbeit. "Werden diese nicht geleistet, droht ihnen ein vierwöchiger Arrest", so der Richter bei seiner Urteilsbegründung. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (tjm)

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