Hundsrose und Wildapfel für den Insektenschutz

In Johanngeorgenstadt hat der Forst auf einer Wiese Hecken angepflanzt. Ein Wald soll daraus aber nicht werden.

Johanngeorgenstadt.

"Das ist Dünger", sagt Klaus Mittag, Revierförster in Johanngeorgenstadt. Mit "Dünger" meint er den Schnee, der Mitte Mai noch einmal auf Wiesen, Weiden und Wälder in den höheren Lagen des Erzgebirges gefallen war. Obwohl schon viele Bäume reichlich grüne Blätter tragen, schadet der wohl kaum. Bringt eher dringend benötigte Feuchtigkeit. Auch die kürzlich im Stadtteil Oberjugel gepflanzten kleinen Bäumchen und Sträucher können mit Schnee umgehen. Mit den Nachtfrösten der vergangenen Tage vielleicht nicht so gut. "Dadurch bekommen die Blüten einen Schock", weiß Mittag.

In Oberjugel, auf einer Wiese im Eigentum des Forstbezirks Eibenstock, wachsen Hundsrosen seit kurzem neben Vogelkirsche, Wildapfel, Mehlbeere, Winterlinde, Alpenjohannisbeere, Weißdorn, Kreuzdorn, Schwarzem Holunder und Hartriegel - ein Insektenschutzprojekt des Forstbezirks. Gemeinsam bilden die Bäumchen und Sträucher künftig eine dreireihige blühende Hecke. Auch zur Freude der Wanderer, sagt Clemens Weiser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock. Die Blüten kommen zu unterschiedlichen Zeiten, liefern darum Insekten über viele Monate Nahrung. Die Hecke selbst biete Vögeln, kleinen Säugetieren und Insekten Schutz. Und wenn es genug Fliegen, Mücken und ähnliches gibt, werden davon wiederum Frösche, Kröten und andere Amphibien satt.

Mit rot gestrichenen Holzlatten wurden die Neulinge markiert. Das hat Johanngeorgenstädter aufmerksam gemacht. Sie fragten nach, ob hier eine Ersatzpflanzung laufe für kürzlich gefällte Bäume auf einer ehemaligen Bergbauhalde. Dem aber ist nicht so. Und die im Winter über benachbarte Wiesen führenden Langlaufloipen wird es übrigens weiter geben.

Die Bäumchen und Sträucher werden auch kein Wald, der irgendwann Geld einbringen könnte. "Wir verdienen daran nichts. Aber wir sehen es als unsere Aufgabe", so Clemens Weiser. Eine, die mindestens drei Jahre Arbeit macht. Denn die Pflanzen müssen zum Beispiel noch mit Draht vor hungrigen Hasen geschützt werden.

Finanziert wird das alles aus Forst-Mitteln für den Waldschutz. Dazu gehören Projekte wie die Renaturierung von Mooren, das Anlegen von Laichgewässern oder eben die Hecken - etwa 1000 für jedes der 13 Reviere im Forstbezirk.


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