Immer mehr Rentner müssen das Angebot der Tafel nutzen

Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren wurde die Schwarzenberger Tafel gegründet. Die Einrichtung ist heute mehr denn je gefragt. Denn es kommen mehr Bedürftige.

Schwarzenberg.

Anfangs haben sie 160 Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt. Satt wurden davon rund 240 Menschen. "Damals lag der Faktor noch bei 1,5 Personen, die über eine Abgabe versorgt wurden", erklärt Stephan Drath, der fast seit Beginn der Tafel im Team mitarbeitet. Seit 2006 hat er den Vorsitz des heute eigenständigen Vereins inne.

Aktuell sind es etwa 350 Bedürftige, die sich an der Schwarzenberger Tafel regelmäßig Hilfe holen. Der Faktor liegt inzwischen bei 3,5 Personen, die davon profitieren. Für das Jahr 2017 standen so 26.000 versorgte Bürger zu Buche. In diesem Jahr werden es ähnlich viele sein, schätzt der 63-jährige Drath. Allerdings unterliege das Klientel der Bedürftigen einem Wandel. Waren es anfangs ausschließlich Arbeitslose, später die sogenannten Bedarfsgemeinschaften, so sind es heute zunehmend Rentner, die sich Hilfe in Form von Lebensmitteln holen.

"Derzeit sind das 26 Prozent unserer Gäste", sagt Drath, der darüber exakt Buch führt. Aber auch Studenten, Alleinerziehende, Geringverdiener und Migranten stehen auf der Liste derer, die mittwochs und freitags zur Tafel kommen. Damit die immer reich gedeckt ist, muss gut organisiert und geplant werden.

"Wir beziehen viele Waren über das Zentrallager in Dresden und können auch in der Region auf eine gute Spendenbereitschaft bauen", erklärt Drath. Es gebe zwar nicht immer alles, aber immer genug. "Wir sind ja keine Kaufhalle", fügt er hinzu. Speziell bei Obst und Gemüse fehle es an Kontinuität bei der Versorgung.

Mit Blick auf die Geschichte der Tafel berichtet Stephan Drath: "Erst kam Berlin, dann Hamburg, Chemnitz und dann wir." So war am 9. Dezember 1998 in Schwarzenberg eine Tafel gegründet worden. Die Initiatoren waren der Mediziner Dr. Berthold Freudewald, Kapitän Frank Heinrich von der Heilsarmee und Volker Berthel von der Diakonie. "Schon 1999 hat mich Dr. Freudewald hinzugeholt. Ich hatte damals gerade meine Ausbildung in der Suchtberatung des Blauen Kreuzes absolviert und unter den Tafelgästen waren anfangs viele, die ein Alkoholproblem hatten", erinnert sich Drath. Bis 2009 sei die Zahl der Bedürftigen stetig gestiegen. Von 2007 bis 2010 gab es eine enge Zusammenarbeit mit der Schneeberger Tafel. Man hat sich aktiv ausgetauscht.

Und von Anfang an gehört auch die Ausgabestelle in Johanngeorgenstadt zum Schwarzenberger Tafelverein. Das bedarf guter Koordinierung. "Wir fahren viel umher, holen und verteilen die Lebensmittel", sagt Jan Reichel. Der 49-Jährige ist der Stellvertreter von Drath und oft mit dem Kleintransporter auf Tour. In vier Jahren ist das Auto schon 170.000 Kilometer gerollt. "Ein neues ist bereits bestellt, wird gerade umgebaut und 2019 kommen", informiert Drath. Finanziert werde das Fahrzeug über den Landesverband und den Freistaat. "Wir erhalten 10.000 Euro vom Landesverband aus den 13 Millionen Euro, die durch die Pfandspenden des Discounters Lidl eingingen. Und 30.000 Euro zahlt der Freistaat."

Wer zur Tafel kommt, muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Zudem werden vier Euro pro Ausgabe fällig. Gefeiert werde der 20. Jahrestag der Tafel nicht. "Zumindest nicht jetzt", berichtet Drath. Im Frühjahr will er aber all jene einladen, die dazu beitragen, dass die Tafel stets reich gedeckt ist.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
5Kommentare
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  • 2
    5
    Interessierte
    09.12.2018

    Also ich habe alle Seiten mal durchgeguckt - da wird es einem wieder ganz , ganz schlecht bei mindestens 10-15 Artikeln …

    Und was hier steht :
    "Erst kam Berlin, dann Hamburg, dann Chemnitz - und dann wir , das Erzgebirge ….

    Woran könnte das denn liegen , hat man da die Industrie kaputt gemacht ???
    Das haben die Christen mit ihrer Konter-Revolution so richtig fein gemacht …

    Gefeiert werde der 20. Jahrestag der Tafel nicht .
    ( ich glaube , da gibt es auch keinen Grund zum Feiern .

  • 4
    2
    vomdorf
    09.12.2018

    Was ist mit den Bedürftigen, die gehbehindert sind und weit weg von so einer Ausgabestelle wohnen?

  • 9
    3
    OMMI67
    09.12.2018

    Und das unter der Herrschaft einer sogenannten "CHRISTLICH DEMOKRATISCHEN UNION."
    Aber Frau AKK wird dem Volk schon erklären warum das so ist und weshalb das auch so richtig ist.

  • 6
    8
    ChWtr
    08.12.2018

    Dieser Kommentar ist abgedroschen und hier völlig fehl am Platz.

  • 14
    12
    guhowa
    08.12.2018

    Das ist das Land, in dem wir so gut und gerne leben!



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