Irgendwas, das bleibt

Immer wieder sind es die Zeilen aus dem wundervollen Song von Silbermond, die mir in den Sinn kommen: "Gib mir 'n kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt in der nichts sicher scheint. Gib mir in dieser schnellen Zeit - irgendwas, das bleibt!"

Und ja, auch wenn die Verunsicherung zunächst groß war und mitunter auch noch ist. Das Virus vielen Angst oder zumindest Respekt eingeflößt hat - dennoch gibt es kleine Dinge, die Corona auch zum Besseren verändert hat. Sie werden lachen, aber ich finde es toll, dass nun beinahe penibel auf Sauberkeit in öffentlichen Toiletten geachtet wird. Was lehrt uns das?

Lektion 1: Plötzlich ist es möglich, auf allen Örtchen Seife und Papiertücher vorzufinden. Regelmäßig säubern und auffüllen ist auch kein Hexenwerk, sondern möglich. Das soll bitte auch genauso bleiben.

Lektion 2: Regelmäßiges Hände waschen - eines der simpelsten Dinge, die Kinder schon von klein auf lernen - hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Virus nicht rasend ausbreiten konnte. Jeder für sich hat gelernt und gemerkt, wie oft am Tag er sich mit seinen Händen ins Gesicht fasst. Wie häufig man (auch unbewusst) die Finger zum Mund führt, allein um die Zeitung umzublättern. Mit Mundschutz wird's spürbar. Zugegeben, über die Sache mit der Desinfektion kann man geteilter Meinung sein. Denn diesbezüglich wurde vor jedem Supermarkt schnell klar, so richtig begriffen, wie's geht, haben wohl die wenigsten. Abgewischt wurden die Griffe am Einkaufswagen beispielsweise erst am Eingang des Marktes, obwohl die Weitergabe der Körbe unter Kunden schon weit vor der Tür erfolgte. Dafür besprühte der nette Mann von der Security dann oft nicht nur den Griff des Einkaufswagens, sondern gleich auch mal den Autoschlüssel und manchmal auch die Brille mit jenem klebrigen Zeug, das er in seiner Sprühflasche hatte. Ob das immer echte Desinfektion war? Ich will's gar nicht wissen.

Lektion 3: Anstand durch respektvollen Abstand zu bewahren, hat anfangs wirklich funktioniert. An andere zu denken, sie schützen zu wollen. Für einen Moment hatte ich gar die Hoffnung, dass selbst das bleiben und uns prägen könnte.

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