Johann'stadt hält am Naturbad fest

Die Kommune schließt einen Grundstücksdeal mit dem Bund ab. Davon profitieren der Altstadtwald und das beliebte Freibad am Schwefelbach.

Johanngeorgenstadt.

Eine idyllische Lage mitten im Wald, Gemütlichkeit statt hektischen Treibens: Das ist es, was Gäste im Naturbad am Schwefelbach in Johanngeorgenstadt zu schätzen wissen. Manche von ihnen fahren viele Kilometer, um im Sommer hier die Seele baumeln zu lassen. Doch zuletzt kamen Befürchtungen auf, die Stadt könne das Freibad eines Tages schließen, weil das Geld für Modernisierungen fehlt.

Jetzt sagt Bürgermeister Holger Hascheck (SPD) deutlich: "Wir halten an unserem Bad fest. Wir werden es sogar aufwerten." Zur Zeit verhandelt die Kommune mit der Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) des Bundes über den Ankauf mehrerer Grundstücke im Umfeld des Bades. Die Verträge stehen kurz vor dem Abschluss, sagt Hascheck.

Es handelt sich um Waldstücke rechts und links der Zufahrtsstraße zum Bad. "Wir wollen uns die Fahr- und Leitungsrechte dauerhaft sichern", erklärt der Bürgermeister. Außerdem sollen in den nächsten Jahren neue Pkw-Stellplätze entstehen. 2017 werden der Eingangsbereich saniert und die Trinkwasserleitung ins Bad erneuert. Weitere Schritte folgen. Finanziert wird alles mithilfe von Fördermitteln.

Für die Badeäste sind das gute Nachrichten. "Prima! Wir freuen uns riesig, dass die Stadt das Naturbad erhalten will", sagte gestern Karin Gräf (73), die mit ihrem Ehemann Peter (75) seit Jahren aus Schwarzenberg nach Johann'stadt zum Baden fährt: "Bei schönem Wetter sind wir immer dort."

Vor anderthalb Jahren hatten sie und andere Badefreunde ihrer Sorge Ausdruck verliehen, das Bad könne bald zumachen. Auch Renate Pudor (76) aus Schwarzenberg gehörte damals zu den Dauerbesuchern. Wegen eines Krankheitsfalls in der Familie kommt sie jetzt nicht mehr ins Freibad, sagt aber: "Ich freue mich für all die anderen Badegäste."

Gekauft werden die Grundstücke mit Fördergeldern aus dem Programm Städtebauliche Erneuerung des Freistaats Sachsen. 72.000 Euro stehen dafür bereit. Mit dem Geld erwirbt die Kommune auch den sogenannten Altstadtwald, der in der Vergangenheit als Schandfleck galt. Zuerst, weil er zuwucherte. Später, weil das Gelände nach einem Holzeinschlag katastrophal aussah. "Wir wollen hier einen lichten Laubmischwald etablieren, die Wege erhalten, neue Bänke aufstellen und so einen Platz zum Verweilen schaffen", sagt Bürgermeister Hascheck.

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