Kantor vom Beifall beflügelt

Matthias Grünert spielt auf Eule-Orgel in Neuwelt

Schwarzenberg.

Es sind Bilder, an die man sich erst gewöhnen muss: In den Kirchenbänken der Emmauskirche Schwarzenberg-Neuwelt sitzen die Konzertgäste am Freitagabend mit großen Abständen. Jede zweite Reihe ist mit weiß-rotem Flatterband abgesperrt. Vereinzelt tragen die Besucher einen Mund-Nasen-Schutz. Selbst der Altarraum wird für Besucher genutzt, nur so ist es möglich, allen Interessierten die Teilnahme am Auftaktkonzert der Orgelfahrt zu ermöglichen. Zehn weitere Konzerte sollten am Samstag und Sonntag noch folgen. Insgesamt wurden sie von 1500 Zuhörern besucht.

Matthias Grünert, Kantor der Dresdner Frauenkirche, ist auch im Corona-Jahr 2020 auf Orgelfahrt entlang der Silberstraße. In Neuwelt spielte der 47-Jährige an der erst im vergangenen Jahr restaurierten Eule-Orgel, die 25 Register hat. Für das Auftaktkonzert hatte sich der Kantor Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Joseph Gabriel Rheinberger und Camillo Schumann herausgesucht. Sie zeigten die ganze Klang-Bandbreite der Eule-Orgel. Gerade die tiefen Töne nahmen regelrecht den Raum für sich ein, während die hohen federleicht durch die Kirche flogen. Für alle, die auf der Empore der Emmauskirche einen Platz gefunden hatten, wurde der Abend nicht nur zu einem Hör-, sondern zu einem Sehgenuss. Es war das pure Vergnügen, Grünert an der Orgel zu erleben, wie der der Königin der Instrumente die schönsten Töne entlockte. Leidenschaftlich mutete sein Körpereinsatz an. Der starke Beifall, den es am Ende des Konzertes gab, machte Grünert glücklich. "Es ist für mich überwältigend, diesen tosenden Applaus zu hören", sagte er. 150 Gäste waren zum Konzert in der Emmaus-Kirche. (klin)

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