Klangteppiche kontra Novemberblues

Noch nie ist das World Percussion Ensemble in einem Konzertsaal wie der Kaverne in Markersbach aufgetreten. Was bei drei Auftritten zu hören und zu sehen war, überraschte insgesamt 750 Gäste.

Markersbach.

Dass die Konzertreihe Artmontan gern mal überrascht, ist keine neue Erkenntnis. Doch die Konzerte, die am Freitag und Samstag dreimal über die Bühne in der untertägigen Kaverne des Pumpspeicherkraftwerkes Markersbach gingen, suchen zweifelsohne ihresgleichen. Das World Percussion Ensemble überraschte die insgesamt 750 Gäste in den drei Veranstaltungen mit selten oder vielleicht sogar noch nie gehörten Tönen.

Abwechslungsreich war das Programm allemal. Denn bei dem Ensemble handelt es sich, wie es der Name vermuten lässt, um ein international einst zusammengewürfeltes Projekt, das im Laufe der vergangenen Jahre zu einer wunderbaren Einheit verschmolzen ist. Unter der Leitung von Walter Lang aus Schwaben spielen der Japaner Takuya Taniguchi, der Afrikaner Njang Sitson, der Brasilianer Marco Lobo und der Slowake Peter Cudek. Es wurde getrommelt, mit markant hoher Stimme gesungen - und damit der Novemberblues vertrieben.

"Vor neun Jahren haben wir uns erstmals getroffen. Jeder war in seiner eigenen Welt zuhause - doch wir haben im Laufe der Zeit viel voneinander gelernt", so der Schwabe. Er moderierte mit diesen Worten ein Stück an, dass Takuya geschrieben hat und mit brasilianischen Rhythmen ausstattete. Immer wieder breiteten die Musiker wahre Klangteppiche in der Kaverne aus. Mal entstehen sie nur durch einzelne Instrumente, mal sind es wunderbare Melodien, in der die Protagonisten zu einem echten Orchester verschmelzen. Aufgrund der nur selten gehörten Klänge, die dadurch unbekannt wirken, entsteht manchmal der Eindruck, dass deutlich mehr als die fünf Musiker auf der Bühne stehen.

"Als ich Marco am Flughafen in München abgeholt habe, hatte er zwei große Koffer dabei", sagt Walter Lang. Klamotten allerdings seien nur wenige drin gewesen, "dafür aber ganz viele Instrumente und diese stellt er ihnen jetzt vor". Spannend klingt das alles. Auch wenn manch ein Instrument zumindest entfernt an Gartengerätschaften, so etwa an einen Schlauch, erinnert. Aber egal: Es klingt und tönt. Da die Lichttechnik, wie bei Artmontan gewohnt, die sonst kalt wirkende Kaverne in wunderbare Farben taucht, wird nicht nur der Hörsinn bedient, sondern auch das Auge gekitzelt.

"Als wir gehört haben, um welchen Konzertsaal es sich handelt, war ich zunächst ein bisschen skeptisch", so Walter Lang und ergänzt: "Als wir dann am Freitag hier angekommen sind, waren wir überwältigt. An einem solchen Ort haben wir wirklich noch nie gespielt." Überrascht zeigte er sich auch von der guten Akustik: "Die ist super und hat natürlich etwas mit den unebenen Flächen zu tun."

Uwe Schreier, der Leiter des Kul(T)ourbetriebes des Erzgebirgskreises als Veranstalter, war ebenfalls angetan: "Natürlich steht man immer unter dem Eindruck des Aktuellen, aber in diesem Fall ist das wirklich eine ganz besondere Veranstaltung - und die, die mir in diesem Jahr am besten gefallen hat."

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