Kleine Leute wachsen im Zirkuszelt über sich hinaus

Wer träumt als Kind nicht davon, einmal als Clown, Zauberer oder Artist in einer Manege aufzutreten? Im Scheinwerferlicht zu stehen und dafür Applaus zu ernten. Für die Grundschüler aus Schwarzenberg wurde dieser Traum nun wahr.

Schwarzenberg.

Das große Zirkuszelt zaubert einen blauen Sternenhimmel über das Manegenrund. Rote Vorhänge, glitzernde Kostüme und dieses Duftgemisch aus Sägespänen und frischem Popcorn verbreiten die richtige Stimmung für ein gut zweistündiges Zirkusprogramm, das alles bietet, was man sich vom Zirkus erträumt: Tierdarbietungen, waghalsige Artistik, verblüffende Zauberei, grazile Seiltänzerinnen und natürlich die vorwitzigen Clowns.

Doch all jene, die in dieser Woche in den farbenfrohen Kostümen steckten, haben nicht etwa jahrelang die Artistenschule besucht. Ihre Schule ist die Grundschule Heide, die nur wenige Meter vom improvisierten Zirkusplatz steht. Trainiert, geübt, geprobt haben die 166 Mädchen und Jungen aus den Klassen 1 bis 4 eigentlich nur wenige Stunden. Aber das an der Seite und mit Hilfe der erfahrenen Zirkusleute vom Projektcircus Hein.


Den Zirkus Hein kennt man hierzulande. Schließlich war er der einzige Privatzirkus in der ehemaligen DDR, der als Zirkusunternehmen reisen durfte und so durchs Land tourte. Die Zirkusdirektorin des heutigen Projektcircus' ist eine geborene Hein. Heute heißt sie verheiratet Mariana Warkus. Gemeinsam mit ihrem Mann René, Söhnchen Maximilian (3) und dem Team sind sie bereits in 10. Saison als Projektcircus unterwegs. Als solcher fahren sie an Schulen, erarbeiten mit den Mädchen und Jungen ein Zirkusprogramm. Dabei schlüpfen die Kinder in die Rolle der Artisten, Dompteure, Zauberer oder Jongleure. Jedes Kind konnte im Vorfeld wählen, zu welcher Gruppe es gehören möchte. "Das haben wir im Vorfeld gut aufgeteilt", sagt Antje Müller vom Elternrat. Ihr Sohn Maxim gehörte zu den Jongleuren. "Die Kinder waren alle mit so viel Spaß und Ehrgeiz bei der Sache", zeigt sich die Mutter beeindruckt von dem Projekt. Auch Schulleiterin Karla Weigel staunt über ihre Schützlinge: "Da sind so einige über sich hinaus gewachsen. Wir haben manchen von einer ganz anderen Seite kennengelernt." Es galt: Miteinander eine tolle Show bieten, jeder nach seinen Stärken, mit viel gegenseitigem Vertrauen.

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