Konzertabend auf der Waldbühne Schwarzenberg trägt Botschaften in sich

Hiesige Veranstalter haben am Wochenende auf der Schwarzenberger Waldbühne gezeigt, dass Kunstgenuss auch in Corona-Zeiten möglich ist.

Schwarzenberg.

Es ist ein Sommerabend, 19.30 Uhr. Das Thermometer zeigt noch 28 Grad. Die Gäste, die Karten für das multimediale Spektakel "Colors of nature" haben, freuen sich auf ein Open-Air-Konzert auf der Waldbühne in Schwarzenberg, das ist spürbar.

Das Publikum nimmt am Freitag dort Platz, wo sonst die Bühne steht. Genau das ist eine der Besonderheiten des Konzepts von Enrico Oswald, der schon seit mehreren Jahren seine Gäste einmal im Jahr die "Waldbühne anders erleben" lässt. Allerdings müssen einige Besucher zunächst lange nach einem Stuhl suchen, und dass obwohl die Anzahl der Zuhörer durch das Hygienekonzept im Voraus feststand. "Einige Gäste hatten Stühle neben sich mit Jacken und Taschen belegt, dabei war jeder Stuhl gezählt. Das ließ sich aber schnell klären", berichtet Oswald.

Enrico Oswald ist der Chef der Laser Event Company (LEC) aus Eibenstock und ein Meister darin, Licht, Laser und Feuerwerk so einzusetzen, dass Musik zum Klangerlebnis und zum Augenschmaus fürs Publikum wird. So sollte es auch an diesem Abend werden, allerdings später. Denn der Lichtzauber kann erst seine Wirkung entfalten, wenn es dunkel ist. Und so oblag es im ersten Teil des Konzerts den Musikern der Erzgebirgischen Philharmonie Aue, allein mit ihrem Können und ohne zusätzliche Effekte die Besucher einzustimmen. Musikalisch ist ihnen das durch populäre und beschwingte Melodien auch gelungen. Ob mit Walzerklängen von Josef Strauß oder dem Glühwürmchen-Idyll von Paul Lincke. Bei Letzterem spielten sich gleich zahlreiche Mücken und Falter im Scheinwerferlicht zum Glühwürmchen auf. Den Glanzpunkt dieses Konzertteils bot unbestritten der 1. Konzertmeister Michael Schmidt mit dem von ihm voller Leidenschaft interpretierten Czárdás von Vittorio Monti.

Nach kurzer Umbaupause und mittlerweile einsetzender Dunkelheit war dann die Zeit gekommen, um sich den Klangfarben der Natur und damit der Musik Antonio Vivaldis hinzugeben. Noch immer zeigte das Thermometer 24 Grad Celsius als musikalisch und optisch im Rund der Waldbühne der Winter hereinbrach. Damit begann der reich bebilderte und mit Laserlicht und Feuerwerk untermalte Exkurs durch die vier Jahreszeiten, jeweils angekündigt durch eine junge Dame, die als Blüte auf Stelzen durch die Besucherreihen schritt. Bei dem Untergrund ein akrobatischer Akt. So wie die Jahreszeiten ihre Schönheiten und Farben entfalten, wandelte sich auch ihr opulentes Blütenkleid.

Doch nicht nur die bekannten Vivaldi-Klänge nahmen die Zuhörer mit auf die Reise durch die Natur. So sorgten Sopranistin Bettina Grothkopf vom Ensemble des Winterstein-Theaters Annaberg und erneut Konzertmeister Michael Schmidt von der Philharmonie mit dem Ave Maria für Gänsehautmomente. Mit Bravour meisterten die Musiker der Philharmonie die schwierige Herausforderung des Zusammenspiels mit den beiden Pianisten Ulrike Mai und Lutz Gerlach, die gemeinsam mit Enrico Oswald das Konzept für das Musikspektakel einst erdacht und auch schon zu mehreren Bundes- und Landesgartenschauen erfolgreich aufgeführt haben.

Am Ende des Konzerts gab es von diesen beiden noch ein besonderes Ständchen für Oswald, der mit seiner LEC-Mannschaft in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen seiner Firma feiert. Er versäumte es nicht und nutzte den Moment, um sich im Namen der gesamten Künstler- und Eventbranche bei allen zu bedanken, die vor, auf, hinter und neben der Bühne Erlebnisse dieser Art wieder möglich machen. Denn eines hat der Abend deutlich gemacht: Kunst live und in Gemeinschaft zu erleben, ist längst zu einem Bedürfnis vieler Menschen geworden. "Kunstgenuss ist wieder möglich - auch mit den hohen Hürden, die ein Hygienekonzept den Veranstaltern auferlegt. Doch es ist und bleibt eine Herausforderung, bei der es am Ende auf jeden Einzelnen ankommt", so das Fazit des Veranstalters.

Am Samstag nutzten dann gut 600 Gäste die Chance auf Open-Air-Kino in der Waldbühne. Gerade noch rechtzeitig vorm ersten Film, dem Disney-Klassiker "König der Löwen", ließ der Regen nach und alle halfen mit Handtüchern die Stühle zu trocken. "Das Cateringteam von Jan Fuchs ist einfach spitze. Die haben uns so geholfen", sagte Kinochefin Katharina Repp. "Es hat alles so toll funktioniert, weil alle mitgezogen haben."

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