Kreative Woche schult die Fingerfertigkeit

37 Frauen, Männer und Jugendliche haben auf Schloss Schwarzenberg fünf Tage lang Klöppel und Späne fliegen lassen. Zwei Urlauberinnen durften sich besonders freuen.

Schwarzenberg.

Alle in der Familie haben eine künstlerische Ader, sagt Simona Mertens. Deshalb sei man samt zweier Teenager zu fünft zum Kreativurlaub nach Schwarzenberg gereist. "Eine tolle Woche." Diese hat gestern ihren Abschluss gefunden - mit einer Überraschung für Simona Mertens, die als 200. Schnitzurlauberin ausgezeichnet wurde. "Eine große Ehre", findet die Frau aus Lemnitz, die 2019 auf jeden Fall wiederkommen will. "Mit der ganzen Mannschaft", versprach sie und hielt stolz ihr Relief von einem Wassermann in Händen. Die Anleitung in Schwarzenberg sei stets hervorragend. "So macht es richtig Freude, denn man kann entspannt an die Arbeit gehen", sagt Mertens.

Die Holzbildhauer Hartmut Rademann aus Schwarzenberg und Michael Rössel-Rothe aus Lauter-Bernsbach werden das gern hören. Bei 13 Teilnehmern hatten sie alle Hände voll zu tun, um jeden zu betreuen. "Es war von der Kapazität her an der Grenze des Machbaren, aber dennoch sind alle zufrieden", so Simone Georgi von der Volkskunstschule des Erzgebirgskreises als Gastgeberin auf Schloss Schwarzenberg.

"Es war ein tolles Geben und Nehmen", bestätigte Rössel-Rothe. Entstanden sind in fünf Tagen ganz unterschiedliche Werke unter anderem ein Widderkopf, eine Elch- und eine Jägerfigur, eine Marionette aus Holz, Reliefs, ein abstraktes Werk und vieles mehr. Ähnlich vielseitig ließen die Klöpplerinnen ihrer Fantasie freien Lauf. Nicht nur das Motto "Bäume - von der Wurzel bis zur Spitze" fand viele Nachahmer und Motive, auch eigene Ideen brachten die 24 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet ein.

Ein zartes Gänseblümchen erblühte Schlag um Schlag auf dem Klöppelsack von Maria Habicht, die sage und schreibe ihren 25. Kreativurlaub in Schwarzenberg verbrachte. Das Werk soll wie Veilchen und Löwenzahn später eine Gardine zieren. "Von Oktober bis Ostern ist bei mir Klöppelzeit", so die Besucherin aus Königsfeld bei Rochlitz. Schwarzenberg gehöre in ihren Herbstkalender einfach hinein. "Wo sonst kann man sechs Stunden am Tag seinem geliebten Hobby nachgehen? Und dann noch inmitten lieber Gesellschaft von Gleichgesinnten." Diese Kombination schätze sie.

Nicht nur Fingerfertigkeit mit Messer und Fäden, sondern auch Geselligkeit ist Bestandteil der kreativen Woche. Diesmal ging es mit dem Bus nach Loket in Tschechien. "Nächstes Jahr essen wir Neinerlaa in Annaberg", blickte Georgi voraus. Dann ist vielleicht auch Ulrike Gier wieder mit dabei. "Das dritte Mal bin ich jetzt hier und habe meinen Enkelsohn mit, der schnitzt", so die Klöpplerin aus Bremen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...