Kreiselternrat-Chef will kostenloses Schülerticket

Dem höchsten Gremium für Elternarbeit im Landkreis steht der Stollberger Ricky Auerswald vor. Er will zunächst den Rat besser bekannt machen.

Stollberg/Aue.

Wie Elternarbeit funktioniert, das muss man Ricky Auerswald nicht mehr erklären. Seit mittlerweile 16 Jahren engagiert er sich - erst im Kindergarten, dann in der Grundschule, inzwischen auch am Carl-von-Bach-Gymnasium in Stollberg. Kinder werden eben groß. Nun ist der 41-Jährige für zwei Jahre zum Vorsitzenden des Kreiselternrates gewählt worden. Dieses Gremium will Fürsprecher der Elternvertreter aller 160 Schulen im Erzgebirgskreis sein.

Doch um als durchschlagskräftiges Gremium wirken zu können, muss es auch wahrgenommen werden. "Viele Eltern wissen gar nicht, dass es den Kreiselternrat gibt", bedauert Auerswald. Als kürzlich die Wahl des neuen Vorstands anstand, waren aus den rund 160 Schulen nur 32 Elternvertreter gekommen. Ricky Auerswald will deshalb eine Meldekette aufbauen und hofft auf eine bessere Vernetzung mit den Elternräten jeder einzelnen Schule - dazu gehören auch die freien Schulen (sieben Grund-, zehn Oberschulen, drei Gymnasien sowie eine Förderschule) und 13 Berufsschulen.

Als drängendstes Problem sieht Ricky Auerswald den Lehrermangel. Zum Beispiel fielen an der Grundschule Seiffen im vergangenen Schuljahr mehr als 300 Stunden aus, berichtet er. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. "Wenn eine Stunde ausfällt und ein Lehrer kurz hineingeht und Aufgaben verteilt, gilt das schon nicht mehr als Ausfall. Da wird die Statistik einfach geschönt." Auerswald fordert daher, unkomplizierter und schneller Lehrer einzustellen - fernab der "starren Bewerbungsfristen". Zudem schlägt er vor, dass die Universitäten sächsische Studenten bevorzugt aufnehmen, auch wenn diese nicht den Numerus clausus erfüllen.

Eine weitere Forderung formuliert Ricky Auerswald mit dem kostenlosen Schülerticket. "In Deutschland herrscht ja Schulpflicht. Dann muss der Staat auch dafür sorgen, dass die Kinder in die Schule kommen." Bisher müssen die Eltern einen Anteil zur Schülerbeförderung leisten, unter zwei Kilometern Schulweg sei die Beförderung komplett privat zu tragen. "Für so vieles ist Geld da, dann sollte es auch für unsere eigenen Kinder da sein."

Ausgesprochen hat sich der Kreiselternrat auch für die Initiative, ein generelles Handyverbot an den Schulen einzuführen. Trotz Gegenwinds vom Landrat, der die bisherigen Regelungen für ausreichend hält, sagt Ricky Auerswald: "Das Handy entzieht Gemeinschaft." Er ist daher dafür, dass es im Ranzen verschwinden sollte, sobald das Schulhaus betreten wird. Andererseits sei es wichtig, den Schülern beizubringen, was sie mit dem Handy alles anstellen können, aber auch, wo es Fallstricke gibt, etwa beim Thema Persönlichkeitsrechte. Dies könne aber am besten über Projekte realisiert werden, nicht zusätzlich im Lehrplan. "Die Festplatte unserer Schüler ist schon heute übervoll."

Zum Aufbau einer besseren Struktur bittet Ricky Auerswald die Elternvertreter aller Schulen, sich mit einer kurzen E-Mail beim Kreiselternrat zu melden: ricky.auerswald@kreiselternrat-erzgebirge.de

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